Polizei

Heikles Training der Basler Polizei-Sondereinheit – Organisator hatte Kontakt zu teils rechtsextremer Gruppe

Die Sondereinheit Basilisk der Polizei Basel-Stadt nahm regelmässig an dem Special Forces Workshop teil. (Symbolbild)

Die Sondereinheit Basilisk der Polizei Basel-Stadt nahm regelmässig an dem Special Forces Workshop teil. (Symbolbild)

Mitglieder von der Basler Polizei-Sondereinheit Basilisk nahmen regelmässig an Wettkämpfen im Rahmen eines Special Forces Workshops teil. Alle möglichen Spezialeinheiten aus dem internationalen Raum kamen zu diesen Treffen.

Während fünf Jahren fuhren Mitglieder von Basilisk, der Eliteeinheit der basel-städtischen Polizei, an einen Special Forces Workshop auf einem Schiessplatz in Norddeutschland. Es war das internationale Klassentreffen von Spezialeinheiten – auch Zürcher, Berner und Luzerner waren dort. Organisiert wurden die Wettkämpfe von einem Zivilisten, dem Schützen F. T.* – in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern.

Die Veranstaltungsreihe kam im Sommer 2019 zu einem jähen Ende: Die Behörden führten auf dem Schiessplatz eine Razzia durch. Zuvor war aufgedeckt worden, dass es in der deutschen Bundeswehr und Polizeieinheiten ein rechtsextremes Netzwerk gibt, das sich auf einen «Tag X» vorbereitet und Todeslisten politischer Gegner erstellt haben soll.

Hortung von Waffen und Schuss Munition

F. T., der Organisator des Workshops, an dem die Basler teilnahmen, war laut der Berliner Tageszeitung «taz» zeitweise Mitglied in Chatgruppen der Gruppe Nordkreuz. Sie wird vom deutschen Bundesanwalt als «teils rechtsextrem» eingestuft. Gegen zwei ihrer Mitglieder
laufen Terrorermittlungen. Der Nordkreuz-Gründer, Teil einer Polizei-Spezialeinheit, wurde zu 21 Monaten auf Bewährung verurteilt, da er Waffen und Tausende Schuss Munition hortete.
Ein Teil der Patronen stammt von deutschen Polizeieinheiten, die bei F. T. trainiert hatten. F. T. schickte dem Nordkreuz-Gründer Empfehlungen zur Vorbereitung auf den «Tag X». Auf einem Munitionspaket, das beim Gründer gefunden wurde, stand
der Name von F. T. Er sagt, er habe von rechtsextremen Hintergründen nichts mitbekommen. Gegen ihn läuft kein Verfahren.

Über die Teilnahme Schweizer Polizisten hat nun die «Wochenzeitung» berichtet. Das Sicherheitsdepartement bestätigt gegenüber der bz: «Wir haben in den Jahren 2014 bis 2018 mit jeweils zwei bis vier Personen teilgenommen.» 2019 sagte man ab, nachdem man aus den Medien von den Nordkreuz-Hintergründen erfahren hatte. Laut Basler Polizei habe das Landeskriminalamt die Veranstaltung verantwortet und die Basler in den letzten vier Jahren eingeladen, davor ein Schweizer Polizeikorps. (lei)


* Name der Redaktion bekannt.

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