Rekord
Heiner Vischer braucht Eier: Er will den Tiramisu-Weltrekord zurück in die Schweiz holen

LDP-Grossrat Heiner Vischer will das grösste Tiramisu der Welt machen. Dazu werden rund 80'000 Eier benötigt.

Leif Simonsen
Drucken
Teilen
Diese Grösse reicht nicht: Für den Weltrekord werden 80'000 Eier benötigt.

Diese Grösse reicht nicht: Für den Weltrekord werden 80'000 Eier benötigt.

Keystone

Der abtretende Basler LDP-Grossrat ­Heiner Vischer hätte es sich einfacher machen können bei seinem Lebensmittel-Rekordversuch. Er hätte Pate stehen können für das grösste Läggerli der Geschichte. Er hätte den grössten Mehlsuppen-Gratisausschank organisieren können. Er hätte auch den höchsten Magenbrotturm bauen können. Aber nein, Vischer fordert ausgerechnet Italien in dessen Paradedisziplin Tiramisu heraus. Wobei: Die Schweiz mischte auch lange oben mit. 2010 bereitete Restaurantbetreiber Nicola Maurizio in Dornach ein Tiramisu zu, das 2500 Kilo schwer war. Das bescherte ihm einen Eintrag ins Guinnessbuch. Maurizio feierte den Erfolg, indem er sein ganzes Restaurant mit Fotos vom grossen Auftritt tapezierte. Umso tiefer war der Fall, als ein paar Friauler es fünf Jahre später wagten, den Rekord nach Italien zurückzuholen.

Dank Vischer darf Maurizio nun aber wieder hoffen. Als ­Vischer noch vor dem Lockdown bei ihm gastierte, stieg so etwas wie Mitleid in ihm hoch. Dem Wirt sei mit dem Verlust des Weltrekords «das Herz gebrochen worden», wie Vischer in seiner Interpellation schrieb. Er wollte von der Basler Regierung wissen, wie sie zu einem erneuten Weltrekordversuch auf dem Markt- oder Münsterplatz stehe. Diese antwortete gestern erwartungsgemäss, dass sie einem solchen nicht im Weg stehe – es bedürfe einfach eines Antrags auf Allmendbenutzung. Das freut Vischer. Noch dieses oder nächstes Jahr soll der Rekord wieder ans Rheinknie geholt werden: Gesucht sind Sponsoren und viele Helfer. Vischer rechnet mit rund 80'000 Eiern, die gebraucht werden. Klar ist: In der einst so friedfertigen Szene hat der Leistungsgedanke Einzug gehalten. Als Maurizio 2010 den Rekord in die Schweiz holte, zeigte er dem Mutterland des Tiramisus Respekt, indem er seinen 2,5-Tönner in Form eines Stiefels zubereitete.

Tempi passati: Das nächste grösste Tiramisu der Welt soll, so schlägt Vischer in seinem Vorstoss vor, ein Baslerstab werden.