Bereits bei der Ankündigung war klar, dass die Übernahme der Nationale Suisse durch Helvetia zu Doppelspurigkeiten führen wird – und damit zu einem Stellenabbau. Eine Firma braucht nicht zwei Hauptsitze. Und auch im Vertrieb könnte es, wenn auch viel weniger, zu einer Straffung kommen. Besonders in Basel kommt es zu Überschneidungen von Funktionen.

Auf den 1. Mai hat die «neue» Helvetia das neue Organisationsmodell für Innen- und Aussendienst in Kraft gesetzt. Dieses vereinheitlicht die bisher getrennten Führungsstrukturen beider Häuser und schaffe damit die Voraussetzungen «für kundenorientierte und effiziente Abläufe», wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst. Die rund 1500 Mitarbeitenden von Nationale Suisse in der Schweiz konnten zum Grossteil eine Stelle in der neuen Organisation antreten.

Sozialplan

Aber eben nicht alle. Bei einem aktuellen Personalbestand von rund 3850 Mitarbeitenden in der Schweiz sei mit rund 70 Arbeitgeberkündigungen und 30 vorzeitigen Pensionierungen zu rechnen. Für die betroffenen Mitarbeitenden, die im Rahmen des bereits vereinbarten Sozialplans bei der Stellensuche unterstützt werden, bestehe eine Lohngarantie bis Ende 2015.

Der Abbau sei auf beide Firmen verteilt, sagte ein Firmensprecher auf Anfrage, räumte aber ein, dass es doch mehrheitlich Nationale-Suisse-Angestellte betreffen würde. Eine Prozentzahl wollte er aber nicht nennen.

Weitere Redundanzen können über die natürliche Fluktuation, die etwa fünf bis 10 Prozent pro Jahr beträgt, abgebaut werden. Seit Oktober 2014 seien per Saldo rund 200 Austritte von Mitarbeitenden erfolgt. Dies zeige, dass der Arbeitsmarkt in der Assekuranz hierzulande sehr aufnahmefähig ist und bestätigt die Einschätzung, dass ein grosser Teil der mittelfristigen Personalsynergien über die natürliche Fluktuation erreicht werden könne.

Mit diesen Massnahmen sei die «neue Helvetia» nur sechs Monate nach Vollzug der Übernahme in der Schweiz bereits startklar: Die Rechtsträger sind fusioniert, die Produktpalette ist harmonisiert und die gemeinsame Organisationsstruktur in Kraft. Mit der Integration sollen über 100 Millionen Franken eingespart werden, hiess es bei Bekanntgabe der Übernahme im Sommer letzten Jahres.

Endress & Hauser baut auf

Für den regionalen Arbeitsmarkt gibt es jedoch auch eine gute Nachricht: Die Reinacher Messtechnik-Firma Endress und Hauser (E&H) wird weiter ausbauen (Bericht Seite 11). In Reinach werden 68 Millionen Franken bei der E&H-Firma Flowtec investiert. Das bedeutete 2014 einen Aufbau von 50 Stellen, in diesem Jahr dürften weitere dazu kommen. Derzeit sind in Reinach 60 Stellen offen. Lohnabbau und Produktionsverlagerungen sind für die Firma kein Thema, hiess es am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz.