Glitzer und Glamour an der Gala

Viel Prominenz marschiert über den rotblauen Teppich

Der FC Basel rollte den rotblauen Teppich aus und die Basler Prominenz kommt in Scharen. Ständerätin Anita Fetz läuft genauso in die Eventhalle der Messe Basel wie Produzent Arthur Cohn, Ex-Trainer Christian Gross, der grosse Helmut Benthaus und all die aktuellen Stars. Mit dem Teambus wird die Mannschaft um Captain Marek Suchy vorgefahren. Im dunkelblauen Anzug mit roten Socken und rotem Einstecktuch kommen sie zur Jubiläumsgala. Direkt dahinter werden die Spieler-Frauen und -Freundinnen vorgefahren – in einem weissen Car. In glitzernden Abendkleidern hängen sie bei ihren Liebsten ein.

Kaum sind die Spieler drin, laufen draussen die Fans vorbei, biegen von der Clarastrasse auf den Riehenring und von dort weiter zum Landhof. Alles. Einer ruft: «Einen Gruss an die da drinnen, die es überhaupt nicht lustig haben.» Aber eigentlich ist dieser 15. November ein Feiertag für alle. Vergessen sind vorübergehend die durchzogenen Auftritte der letzten Tage und Woche. Auf den Leinwänden flackern Bilder der grossen Momente vergangener Tage. Die magischen Momente der Champions League, der Aufstieg, die Meisterfeiern. Ganz kurz im Bild auch Bernhard Heusler, der so geliebte und vermisste ehemalige Präsident. René Häfliger führt durch den Abend, die Vereinigten Kleinbasler trommeln und pfeifen, die Artisten des Collectif Malunés fliegen mit dem Schleuderbrett bis unter die Decke der Halle. Anna Rossinelli bezaubert mit ihrer Stimme, das Sinphonieorchester mit Instrumenten.

Präsident Bernhard Burgener freut sich, Vertreter von Bayern München, Barcelon und dem FC St. Gallen willkommen zu heissen. Und dann sagt er zum Schluss seiner Rede: «Die Fans feiern heute auch auf dem Landhof. In Gedanken bin ich bei ihnen.» Ganz zum Schluss, kurz vor Mitternacht, feiern dann alle gemeinsam in der Rundhof der Messe. Endlich vereint.

Herzblut auf dem Landhof

Kein Fanmarsch, sondern ein zivilisierter Spaziergang

Ein rotblaues Banner am Barfi empfängt die Fans, die ab 17 Uhr in der Innenstadt eintreffen. Federhüte, Hosenträger, Schieberkappe: Der Dresscode sorgt dafür, dass alles ein wenig so aussieht wie vor 125 Jahren, im Gründungsjahr des FC Basel. Mehrere Tausend brechen auf in Richtung Landhof. Kein Fanmarsch – ein zivilisierter Spaziergang voller Historie. «Pöbelt keine Kinder an und Hunde nur im Notfall», instruiert Organisator Männi die Anwesenden per Megafon.

Einige Male stoppt der Fanzug. So etwa in der Freien Strasse vor der ehemaligen Schumachernzunft. Aus Lautsprechern tönen Stimmen. So könnte es zu und hergegangen sein, als der FC Basel vor 125 Jahren gegründet wurde. Als die Fans an der Messe und der darin stattfindenden offiziellen FCB-Gala vorbeiziehen, singen sie etwas lauter. Fast schon trotzig, als wollten sie der edlen Gesellschaft im Inneren sagen: «Bei uns ist es viel schöner.»

Auch die Feierlichkeiten auf dem Landhof sind gespickt mit einigen kleinen Sticheleien in Richtung des Gala-Dinners im Messezentrum. Eine blosse Trotzveranstaltung ist das Fanfest auf dem historischen Landhof-Rasen, auf welchem der FCB seine allerersten Spiele austrug, jedoch nicht. Mit enorm viel Herzblut verwandelten die Organisatoren das verwilderte Fussballstadion in eine Zeitkapsel gefüllt mit 125 Jahren FCB-Geschichte.

Ein kreativer Themenweg auf den mittlerweile von Sträuchern überwachsenen Stehtribünen, eine Garderobe voller FCB-Sammlerstücke, eine Quizrunde in einer Beiz mit Essen wie anno dazumal, ein Tattoo-Studio, wo man sich die Liebe zum FCB direkt unter die Haut stechen kann und vieles mehr. Komplettiert wird das Fest unter anderem von einem Medley an FCB-Schnitzelbänggen von den Gwäägi. Dieser Abend bringt dem einst so mystischen Landhof seine Magie für einen Abend zurück.