Brennende Fahrzeuge, eine verschmierte Fassade, verängstigte Angestellte: Das sind die Konsequenzen eines Sabotage-Aufrufs linksextremer Kreise gegen Firmen, die beim Erweiterungsbau des Gefängnisses Bässlergut tätig sind. Bereits Mitte Mai machte die «Schweiz am Wochenende» publik, dass auf linksextremen Blogs eine Liste mit potenziellen «Zielen» verbreitet wird – nun zeigt sich, dass die Zielpersonen zu Opfern werden.

So ging ein Transportfahrzeug einer Basler Sanitärsfirma am 29. Mai direkt vor der Haustüre von Sicherheitsdirektor Baschi Dürr in Flammen auf. Zwei Wochen später wurde die Fassade am Einfamilienhaus eines Basler Brandschutzexperten verschmiert. Und vergangenen Dienstag brannte ein Implenia-Transporter im Zürcher Kreis 3.

Alle drei Firmen stehen auf der Liste und alle drei Taten wurden von den Linksextremisten für sich reklamiert. Bereits am 19. Mai wurden auf der Baustelle ein Bagger angezündet, ein zweites Fahrzeug fing ebenfalls Flammen. Und im April sollen die Pneus mehrerer Autos von Implenia-Geschäftsführern plattgestochen worden sein.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat zunächst lediglich wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung ermittelt, weil die Liste nicht als öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit angesehen wurde. Das hat sich mit einem weiteren, expliziteren Blogeintrag geändert. Nun bestätigt Sprecher Peter Gill, dass ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Gleichzeitig würden die einzelnen Verfahren wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung weiterlaufen.

Die geschädigten Firmen wollten gegenüber der «Schweiz am Wochenende» keine Stellung nehmen. Der Brandschutzexperte verwies für die Anfrage an die Staatsanwaltschaft, der Chef der Sanitärfirma verabschiedete sich trotz hängiger Anfrage in die Ferien. Einzig die Medienstelle der Baufirma Implenia bestätigte mehrere Fahrzeugbrände in Basel und einen in Zürich.

Liste verängstigt Firmenchefs

Dass aus Drohungen Taten wurden, sorgt bei den anderen genannten Firmen und Personen für Verängstigung. Ein Geschäftsführungsmitglied einer Transportfirma aus der Region sagt: «Wir wurden von Implenia informiert, für die wir auf der Bässlergut-Baustelle als Subunternehmer tätig sind.» Er verabscheue die Taten zutiefst, er als Unternehmer führe einen Auftrag des Kantons aus und stehe in der Verantwortung für seine Angestellten, die alle Arbeit brauchten. «Es ist einfach unglaublich, dass diese Aggressionen auf normale Firmen übergehen, die nichts anderes tun, als ihrer Arbeit nachzugehen.»

Die Linksextremen sehen dies anders: In ihrem Hetzschreiben stellen sie sich auf den Standpunkt, dass alle Unternehmen, die «Lager und Knäste bauen, für die Erhaltung dieser repressiven Strukturen mitverantwortlich» seien. Die Firmen würden sich am Elend der Armen und Ausgeschlossenen bereichern, deshalb müssten sie bekämpft werden. Die gleichen Argumente wiederholen sich auch in den jeweiligen Bekennerschreiben: Die Schmierereien beim «Knastprofiteur», aber auch das in Brand gesteckte Auto vor dem Wohnsitz des Sicherheitsdirektors, sollen dafür sorgen, dass die Nachricht ankomme.

Beim Bekennerschreiben zu den Schmierereien wurde nebst der Adresse auch die Handynummer des Geschädigten veröffentlicht. Das Schreiben zum angezündeten Transporter in Zürich, das bisher letzte in der Serie, endet mit einem Aufruf für Nachahmer und mit der Aufforderung, «weitere, schöne nächtliche Feuer» zu legen.