Hotellerie

Hier fliesst das Geld in Basel millionenfach den Bach runter

eim geschichtsträchtigen «Les Trois Rois» hat sich seit der Wiedereröffnung ein Bilanzverlust von über 50 Millionen Franken angesammelt.

eim geschichtsträchtigen «Les Trois Rois» hat sich seit der Wiedereröffnung ein Bilanzverlust von über 50 Millionen Franken angesammelt.

Das Vorzeigehotel Les Trois Rois weist tiefrote Zahlen aus. 2010 wurde ein Bilanzverlust von 8 Millionen Franken ausgewiesen. Nun wurde das Aktienkapital um 20 Millionen herabgesetzt. Für die Unterdeckung bürgt der Milliardär Thomas Straumann.

Das Grand Hotel Les Trois Rois, idyllisch am Rhein gelegen, ist ein Betrieb der Superlative. Thomas Straumann, Hauptaktionär des Basler Zahnimplantate-Konzerns Straumann, hat das prachtvolle Gebäude 2004 gekauft und bis 2006 aufwändig renovieren lassen. Die 101 Zimmer und Suiten des 5-Sterne-Hotels, die pro Nacht 300 bis 4500 Franken kosten, sind im Stil des Neo-Klassizismus und des Art déco gestaltet. Auch die Restaurants sind grosse Klasse mit 2 Sternen Michelin und 18 Punkten «Gault Millau» sowie Küchenchef Peter Knogl als «Koch des Jahres 2011».

Trotz dieser herausragenden Stellung vermeldete das Basler Handelsregisteramt: «Die Firma Grand Hotel Les Trois Rois SA hat am 25. August das Aktienkapital von fünfzig auf dreissig Millionen Franken herabgesetzt. 20000 Namenaktien zu 1000 Franken werden zur Beseitigung einer Unterbilanz vernichtet.»

2010: Verlust von 8 Millionen

Der Prüfungsbericht von Ernst & Young zur Kapitalherabsetzung vom 18. August 2011, der dem «Sonntag» vorliegt, enthält auch die jüngste Bilanz des «Les Trois Rois». Demnach weist das Hotel für 2010 einen Verlust von 7,963 Millionen Franken aus. Ein grösserer Teil davon dürfte auf Abschreibungen entfallen, ein kleinerer Teil wird auf einen operativen Verlust zurückzuführen sein.

Zum Jahresfehlbetrag kommt ein Verlustvortrag von 45,523 Millionen Franken aus den Vorjahren, was zu einem gesamten Bilanzverlust von 53,487 Millionen Franken führt. Dank der Kapitalherabsetzung verringert sich der Bilanzverlust auf 33,487 Millionen Franken. Das Eigenkapital bleibt mit 3,259 Millionen Franken dennoch negativ.

Straumann - der Garant

Dass Les Trois Rois nicht Konkurs anmelden muss, liegt an Milliardär Thomas Straumann, der hinter dem Unternehmen steht und vom Wirtschaftsmagazin ‹Bilanz› auf 1 bis 1,5 Milliarden Franken schwer taxiert wird. Dies berücksichtigt wohl auch die Revisionsgesellschaft. Auch die hochwertigen Immobilien des Hotels bilden ein gutes Fundament; sie sind in der Bilanz lediglich mit 87,540 Millionen Franken bewertet. An der Generalversammlung konnte deshalb aufgrund des Prüfungsberichts von Ernst & Young festgehalten werden, «dass die Forderungen der nicht im Rang zurückgetretenen Gläubiger auch nach durchgeführter Herabsetzung des Aktienkapitals voll gedeckt sind».

Straumann nimmt die Kapitalherabsetzung gelassen. Das Ganze sei lediglich «aus steuerlichen Gründen» erfolgt, lässt er dem «Sonntag» ausrichten. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen.

Der Besitz von luxuriösen Hotels ist für begüterte Menschen eine Leidenschaft, die nicht unbedingt rentieren muss. Dennoch ist die wirtschaftliche Situation der Stadthotellerie wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise angespannt. Besonders Geschäftsreisende sparen, sagt Fiorenzo Fässler, Geschäftsführer der Vereinigung Swiss Deluxe Hotels. Wegen des starken Frankens fehlten überdies Gäste aus Deutschland und anderen Euro-Ländern sowie aus England und den USA.

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