Basel

Hier kämpft Quartier gegen Quartier – und Grossbasel wird so richtig nass gemacht

4057 zeigte an der Wasserschlacht auf der Dreirosenbrücke in Basel dem 4056 den Meister.

«Das war eine krachende Niederlage. Darüber müssen wir nicht diskutieren.» Das Fazit auf Seiten des 4056 fiel vernichtend aus. Was zu Beginn noch nach einer ausgeglichenen Schlacht aussah, wurde immer mehr zu einem Triumphzug des 4057. Das Kleinbasel machte das Grossbasel nass. Die Dreirosenbrücke war am Ende fest in der Hand der Kleinbasler, das St. Johann wurde zurück ins eigene Quartier gedrängt. Symbolisch hissten die Kleinbasler den 4057-Banner am Brückengeländer auf Grossbasler Seite und liessen ihr Quartier lauthals hochjubeln.

Der Fantasie keine Grenzen gesetzt

Bereits Wochen zuvor machten die beiden Quartiere im Internet mobil und provozierten den Gegner auf humoristisch-ironische Art und Weise. Die Mobilmachung gelang den Kleinbaslern fast schon traditionell besser. Am Brunnen am Fusse der Dreirosenbrücke füllten sie ihre Kanister, Wasserpistolen und Flaschen. Auf Grossbasler Seite sprach sich ein wesentlich kleineres Grüppchen Mut und zu versuchte mit zwei lautstarken Knallern Kampfbereitschaft zu symbolisieren, während aus dem Kleinbasel 4057-Schlachtrufe und eine Vuvusela ertönten. Um Punkt 15 Uhr hiess es «Wasser frei!»

Als Spiderman, Matrosen und Soldaten mit Helm, Ski- und Taucherbrillen und Kriegsbemalungen verkleidet zogen die gut 200 Klein- und Grossbasler am Samstag in die in den vergangenen Jahren immer beliebter gewordene Wasserschlacht. Der Fantasie waren sowohl bei der Kleidung wie auch bei der Ausrüstung keine Grenzen gesetzt. Schilder mit Parolen wie «4056? Nein Danke», bedruckte T-Shirts und bemalte Oberkörper gehörten genauso dazu wie die traditionellen Wasserballonschleudern, die auf beiden Seiten zum Einsatz kamen.

Clevere Angriffe

Vom Kleinkind über den Hund bis zum Familienvater standen alle Generationen für ihr Quartier ein. Auf dem Trottoir gegenüber versammelten sich immer mehr Schaulustige, Auto- und Velofahrer hielten für Fotos spontan an. Auch da hatte das Kleinbasel scheinbar die Oberhand. Als die 4057er die 4056er mit cleveren Angriffsformationen und mit Schutzschildern ausgerüstet immer mehr zurückdrängten, brannte spontan Jubel auf. Als die Grossbasler per Applaus und teilweise sogar per Verbeugung ihre Niederlage eingestanden, war der Jubel beim «mindere Basel» grenzenlos.       

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