«Wir wollen uns als Premium Destination zeigen», sagt Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus. Weil Basel aufgrund der Euro-Schwäche und der Franken-Stärke preislich nicht mit dem Umland konkurrieren könne, müsse man neue Wege gehen. So sei die Idee für ein E-Learning-Tool entstanden, welches die Kompetenzen von touristischen Dienstleistern der Stadt Basel – seien es Flughafenangestellte, Taxi-Fahrer, Hotel-Mitarbeiter, Kellner oder Polizisten – verbessern sollen. Denn, so Egloff, «ist die Art, wie einen die Einheimischen einer Ferien-Destination empfangen, mit ein Faktor dafür, dass man sich wohl fühlt.»

So hat Basel Tourismus unter der Leitung von Egloff, Projektleiterin Nadja Elia-Borer und Exponenten von Verbänden wie dem Wirte- oder dem Gewerbeverband das Online-Schulungsportal «Du bist Basel!» kreiert. Die Plattform richtet sich vor allem an die Mitarbeiter der Dienstleistungskette, aber auch an die Bevölkerung der Stadt. «So können die Bewohner ebenfalls Botschafter der Stadt Basel werden.»

Drei Wissens-Stufen

Das Tool ist in zwölf Module aufgeteilt und umfasst Themen wie die Geschichte der Stadt, Sehenswertes, Kunst oder Architektur. Wer sich auf der Homepage registriert hat, kann sich – abgesehen von zwei Grundmodulen – frei für jene Module entscheiden, die ihn interessieren. Beantwortet der User 80 Prozent der Fragen pro Modul richtig, hat er es bestanden. Wer vier Module besteht, kann sich «Basel-Kenner» nennen und sich ein Diplom zuschicken lassen. Bei jeweils vier weiteren bestandenen Modulen wird man zuerst zum «Basel-Experten» und dann zum «Basel-Insider».

Egloff ist selber vor 14 Jahren nach Basel gekommen. Er glaubt, dass es auch für Zuzüger spannend sein könne: «Heute gibt es viele Polizisten oder Angestellte in Hotels, die nicht aus Basel stammen. Sie können auf der Plattform Wissenswertes über die Stadt lernen.» So würden sich die einzelnen Unternehmen auch Ausbildungskosten sparen. Bei Basel Tourismus belaufen sich die Kosten auf 80’000 Franken, alleine 40’000 für die Technik.

Seco unterstützt das Projekt

Die Hälfte der Gesamtkosten wurden dabei von Innotour, dem Förderinstrument des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) getragen. «Das ist eine Ausnahme, weil das Seco eigentlich nur noch nationale Projekte unterstützt», sagt Egloff. Dass das Seco nun die Plattform von Basel Tourismus unterstütze, liege zum einen daran, dass es ein branchenübergreifendes Projekt sei. Zum anderen «werden regionale Gelder gesprochen, wenn es von anderen Regionen kopiert werden könnte.» Einen Weiterverkauf der Idee erhofft man sich auch bei Basel Tourismus.

Das primäre Ziel sei es aber, so viele Leute wie möglich zum Mitmachen zu motivieren, weil dies einhergehend sei mit höherer Kompetenz. «Am Ende muss man einfach so kompetent sein, dass der Kunde den vergleichsweise höheren Preis zahlen will», sagt Mathias Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt und einer der Involvierten bei der Entwicklung der Plattform.