Designmesse

Hier werden alltägliche Gegenstände in Kunstwerke verwandelt

140 Designer aus ganz Europa stellen an diesem Wochenende ihre Werke in der Halle 3 der Messe Basel aus. In der 6. Ausgabe der Designermesse Blickfang präsentieren 30 lokale Designer ihre Produkte.

Ein schlichter Korpus entpuppt sich als mobile Küche inklusive Gasherd, Schneide-Station und Digitalwaage. Bei einigen Ausstellungsstücken ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, welche Funktion sie erfüllen sollen. Andere wecken die Aufmerksamkeit mit alltäglichen Gegenständen, die in neue Kunstwerken verwandelt wurden. Beispielsweise ein Tisch, der aus alten Lederetuis und einer Kaffeetasse besteht.

Ein bunter Mix aus Möbeln, Leuchten und modischen Kreationen ziert zurzeit die Messehalle 3. Seit Freitag präsentieren 140 Designer aus ganz Europa ihre Ware an der Designkaufmesse Blickfang.

Guerilla-Design aus Holland

Die Sonderschau der diesjährigen Ausgabe zeigt die Kreativkultur aus den Niederlanden, die durch die Kooperation mit der Botschaft des Königreichs zustande kam. Fünf aufstrebende Designer erhalten dieses Wochenende die Gelegenheit, sich auch in der Schweiz einen Namen zu machen. Unter ihnen ist auch David Graas. Der Holländer verwandelt gewöhnliche PET-Flaschen in Blumenvasen. Die «Screw it»-Vase gibt Graas Grundsatz wieder. Er bezeichnet sich selbst als Guerilla Designer, der aus immer gleichen Dingen etwas Neues kreiert.

Raphael Much hingegen erfindet das Velo nicht neu, verwendet aber ein ungewöhnliches Material für die Konstruktion des Rahmens. Der gelernte Schreiner erklärt die Idee des «Lumber Jack Bicycles»: «Meine handwerklichen Fähigkeiten habe ich bei einem Bootsbauer in Portugal verfeinert.» Durch die Wirtschaftskrise musste der Designer gezwungenermassen nach Deutschland zurückkehren. «Aus der Not heraus kam mir die Idee zum Velo mit Holzrahmung», sagt der Deutsche. Nach ersten Versuchen entwickelte er ein strassentaugliches Fahrzeug. Unterstützt wird er von seiner Freundin, einer portugiesischen Designerin. Much produziert die Velos eigenhändig im Schwarzwald.

Obwohl zahlreiche Designer an der diesjährigen Blickfang aus dem Ausland kommen, besteht ein Grossteil aus Schweizer Vertretern. «Rund 70 Prozent stammen aus der Schweiz. 30 von 140 Designern sind aus Basel und der Umgebung», sagt die Projektleiterin Astrid Paulus. Die regionale Anbindung sei sehr wichtig und es würde darauf geachtet, dass sich jedes Jahr ein gewisser Prozentsatz an Designern aus der Region an der Messe präsentieren können.

Lokale Produktion ist beliebt

Eine dieser Designer ist Sabine Lauber. Die Baslerin produziert auffällige Schmuckstücke aus Leder. «Meine erste Kollektion bestand ausschliesslich aus Armbändern», sagt Lauber, die ein Modestudium abgeschlossen hat. «Ich wollte mich aber nicht auf einfachen Schmuck beschränken.» Die aktuellen Stücke seien eine Mischung aus Schmuck und Kleidung. «Meine Kollektion funktioniert baukastenartig», erklärt sie. Verschiedene Stücke können kombiniert werden, wenn ein pompöses und auffälliges Accessoire erwünscht ist. Wer es einfacher mag, kann die Lederware auch einzeln tragen.

Die Blickfang ist aber nicht nur für extravagante Besucher die richtige Adresse. Viele Ausstellungsstücke beeindrucken durch schlichtes Design. Das Basler Label «Wo/Men’s Wear» von Claudia Güdel wirbt mit klassisch geschnittener Kleidung. Brigitte Hürzelers «Format» Taschen aus Leder überzeugen ebenfalls durch ihre Einfachheit.

Unabhängig von der Art des Werks und dem Herstellungsland scheint der Grundsatz der Designer, was die Produktion angeht, immer derselbe zu sein: «Stay and produce local.» Zu gut Deutsch: Produziert wird ausschliesslich im eigenen Land.

Die Blickfang ist am Samstag, 25. April, von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag 26. Mai, von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Sie findet in der Messe Basel, Halle 3, statt.

Meistgesehen

Artboard 1