Aus der Traum: der RTV hat gestern Abend in einem hochdramatischen Spiel den Kampf um einen Platz in der Finalrunde denkbar knapp, bitter und unglücklich verpasst. Die Basler agierten lange Zeit hervorragend und führten beim TSV St. Otmar St. Gallen, dem direkten Konkurrenten um Platz sechs, zwei Minuten vor Schluss mit 21:20 – und waren auf Finalrundenkurs.

Dann scheiterte Marko Vukelic bei diesem Spielstand allein vor dem starken St. Gallen-Torhüter Jonas Kindler. Im Gegenzug gelang St. Gallen der Ausgleich. Und als in der Schlussminute der RTV durch Sveinsson reichlich unmotiviert den Abschluss suchte und vergab, war die Partie gelaufen.

Selbstvertrauen aus der Abwehr

Aber der Reihe nach: Die Partie lebte ab der ersten Sekunde von der Spannung und der Dramatik – dementsprechend hoch war beidseits die Quote an Eigenfehlern. Der RTV begann zwar nervös, aber eine Spur konzentrierter als St. Otmar und führte rasch 2:0, später 4:2, 7:5 und 8:6. In dieser Phase brillierte der RTV in erster Linie mit Selbstvertrauen sowie einer starken Abwehr vor einem hervorragenden Nationaltorhüter Pascal Stauber, der mehrere Grosschancen der Gastgeber unschädlich machte.

Doch zwischen der 18. und 26. Minute bekundete der RTV plötzlich Ladehemmungen, sah mehrere hochkarätige Chancen von Kindler abgewehrt und geriet nach 26 Minuten erstmals in Rückstand (8:9). Doch dank einer Leistungssteigerung und einem grandiosen Treffer Rok Ivancics Sekunden vor der Pause führte der RTV zur Halbzeit verdient mit 12:11.

Naiv in der Schlussphase

Auch in der zweiten Halbzeit verlief die Partie sehr ausgeglichen. Der RTV schien mit zunehmender Spieldauer die besseren Karten zu haben und hatte mit Rok Ivancic den besten Spieler auf dem Platz in seinen Reihen. Doch am Ende nützte auch dies nichts. In der eingangs geschilderten Schlussphase, in welcher der RTV äusserst unglücklich bis naiv agierte, kippte das Glück unerwartet noch auf die Seite St. Gallens.

Damit muss der RTV einmal mehr – zum wiederholten Male in den letzten Jahren – in den bittersauren Apfel beissen und den Gang in die ungeliebte Abstiegsrunde antreten. Dort ist die Ausgangslage insofern delikat, weil die Liga auf die nächste Saison hin von heute zwölf auf neu zehn Mannschaften reduziert wird.

Baldige Abstiegsrunde

Das heisst, dass nur die zwei erstplatzierten Teams der Abstiegsrunde den Ligaerhalt nach den zehn Partien definitiv auf sicher haben. Die Mannschaften auf den Plätzen drei und vier müssen in stets heikle Barragespiele mit den zwei besten Teams der NLB und die zwei Letztplatzierten der NLA-Abstiegsrunde steigen direkt ab.

Da die Punkte aus der Qualifikationsrunde zu 100 Prozent mitgenommen werden, ist die Abstiegsgefahr für den RTV eher theoretischer Natur; der Vorsprung auf die Plätze neun und zehn (entspricht den Rängen drei und vier der Abstiegsrunde) hingegen ist dünn. Die Abstiegsrunde beginnt bereits Ende dieser Woche.