Es war irgendwann vor der Saison 1971/1972. Felix Musfeld war da gerade einmal ein Jahr Präsident des FC Basel. Bei sich zu Hause in Riehen war ein Brüderpaar zu Gast, ein Fussballer und sein Berater. Der Fussballer hiess Ottmar Hitzfeld, der sich dem damaligen Erfolgstrainer Helmut Benthaus selbst angeboten hatte. Offenbar war Musfeld vom Talent des jungen Spielers, der bis dahin grenznah beim FV Lörrach gekickt hatte, überzeugt. Und so wurde im Wohnzimmer auf einer Hermes Baby flugs der Vertrag aufgesetzt. Hitzfeld wurde mit dem FCB zweimal Meister und einmal Torschützenkönig, bevor er weiterzog, um schliesslich als Trainer eine Weltkarriere zu machen.

Das konnte Felix Musfeld damals alles noch nicht wissen. Und auch nicht, dass der grösste Star, der bis dahin und lange danach in der Schweiz Fussball gespielt hatte, die Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte. Teofilo Cubillas kam, vermittelt von Ruedi Reisdorf, 1973 zum FCB. Doch der peruanische Nationalspieler kam einfach nicht auf Touren und verliess den Verein bereits in der Winterpause wieder. Nichtsdestotrotz war die Ära des Präsidenten Felix Musfeld, die von 1970 bis 1976 dauerte, eine einzige Erfolgsgeschichte. Sein Einsatz für den FCB dauerte aber weit länger. So war er auch einer der Ermöglicher des neuen St. Jakobparks — wie schon fast 50 Jahre früher beim Bau des Ur-Joggelis.

Begeisterter Fasnächtler

Geboren am 16. April 1922 wuchs Felix Musfeld in Basel auf. Später übernahm er zusammen mit seinem Bruder Hanspeter das elterliche Abbruch- und Aushubunternehmen gleichen Namens. Er politisierte für die Liberale Partei im Riehener Einwohnerrat, war liebevoller Vater zweier Söhne, engagierter Kiwaner und Mitorganisator zahlreicher Stadtfester. Und er war Fasnächtler. Nicht nur als Aktiver, sondern auch als Funktionär. Sieben Jahre war er Obmann des Fasnachtskomitees. Eine so ehren- wie anspruchsvolle Tätigkeit. Daneben war Felix Musfeld ein begeisterter Sportler, der vom Eishockey über den Fussball bis hin zum Golf alles gespielt hatte. Erst im 89. Lebensjahr hat er Tennis aufgegeben.

Bis vor zwei Jahren lebte er in seinem Heim in Riehen. Dann musste er in eine seniorengerechte Einrichtung umziehen. Natürlich gab es für den ehemaligen FCB-Präsidenten dabei nur eine Wahl: das Tertianum im St. Jakobs-Park. Dort verstarb Felix Musfeld am 30. Mai dieses Jahres, friedlich und vom Leben verwöhnt im Alter von 94 Jahren. (dsi)