Hochhäuser
Hochbetrieb auf den Baustellen: Die neuen Basler Hochhäuser werden sichtbar

Auf zahlreichen Grossbaustellen in Basel entstehen derzeit Hochhäuser, die in den nächsten Jahren das Stadtbild verändern werden. Trotz des schlechten Wetters kommen die Arbeiten voran. Die Hochhäuser beginnen bereits sichtbar zu werden.

Janine Müller
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Einblick in den Stand der Arbeiten am Roche-Turm
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Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms.
Die Baustelle des Roche-Turms (Archiv).

Einblick in den Stand der Arbeiten am Roche-Turm

Nicole Nars-Zimmer

Basels Skyline verändert sich. Platz in die Breite ist in Basel kaum noch verfügbar. Folglich muss Platz in der Höhe geschaffen werden. Einige Hochhäuser sind bereits in Bau, andere sind in konkreter Planung. An verschiedenen Orten sind Bagger aufgefahren, Kräne aufgebaut und tiefe Gruben ausgehoben worden. Die Hochbauten von Roche und Novartis – beide vom Basler Architekten-Team Herzog & de Meuron entworfen – nehmen Form an. Obwohl der Winter lang und kalt war, konnten die meisten Arbeiten an den Hochhäusern fortgeführt werden, wenn auch teilweise in etwas langsamerem Tempo. Unterbrüche gab es nur wenige.

Arbeiten auf engstem Raum

Mit Walter Fechtig, dem stellvertretenden Bauleiter des Roche-Büroturms, durfte die bz auf Erkundungstour gehen. Vom momentan noch obersten Punkt im dritten Stockwerk ging es 20 Meter unter die Erde, wo der Rohbau praktisch fertiggestellt ist. Rasch wird klar: Die Arbeiten müssen auf engstem Raum ausgeführt werden. Der Abstand des Büroturms zum nächsten Gebäude wird nach der Fertigstellung um die fünf Meter betragen. Die Zufahrt der Lastwagen ist auf eine Einbahnstrasse beschränkt. Das Materialdepot muss möglichst klein gehalten werden. Als Zwischenlager dient eine Bühne über der Grenzacherstrasse. Wegen der Betonarbeiten müssen die Decken mit zahlreichen Trägern noch unterstützt werden.

Auch der Turmbau der Konkurrenz Novartis verläuft ohne Komplikationen. Kompliziert dürfte es hingegen auf dem Grosspeter-Areal werden.

Roche: «Es geht nach oben»

Einblick in den Stand der Arbeiten am Roche-Turm

Einblick in den Stand der Arbeiten am Roche-Turm

Nicole Nars-Zimmer

Der metallische Klang von Hammerschlägen hallt von den Roche-Gebäuden wider. Auf engstem Raum nimmt hier das höchste bewohnbare Gebäude der Schweiz Form an. Die Betonmaschine arbeitet ununterbrochen. Lastwagen liefern tonnenweise Material. Verzögerungen gab es kaum. «Im Winter lief alles gut. Wir konnten trotz der Kälte weiterarbeiten» sagt Walter Fechtig, stellvertretender Bauleiter. «Teilweise dauerte es etwas länger, weil wir die Arbeitsflächen zuerst vom Eis befreien mussten.»

Der Rohbau unter der Erde des 178 Meter hohen Büroturms ist praktisch fertiggestellt. Eindrücklich: Die grossen Hallen in der untersten Etage des Baus, 20 Meter unter der Erdoberfläche. Acht Meter hoch sind die Räume. Hier werden die grossen Lüftungen und sonstige Technik untergebracht. Die Arbeiter legen die endlosen Treppen zu Fuss zurück. Den einzigen Lift, den es im Moment gibt, ist der Warenlift. Auch über der Erde tut sich einiges. «Jetzt gehts nur noch nach oben», sagt der stellvertretende Bauleiter Walter Fechtig und blickt stolz in die Höhe. Der Roche-Turm ragt bereits mit drei Stockwerken in die Höhe. Der vierte Stock ist in Arbeit. Armierungseisen werden eingerammt und Betonschalen befestigt.

Ab dem fünften Stock muss eine sogenannte Kletterschalung installiert werden. Ein Gerüst, das mit dem Bau mitwächst. Die Sicherheitsvorkehrungen dafür sind enorm. «Das lohnt sich aber auch. Wir hatten kaum Vorfälle», sagt Bob Geuggis, Sicherheitschef und Verantwortlicher für die Ausführung der Baulogistik. Jeder Arbeiter, der in luftiger Höhe etwas zu tun hat, wird mit Klettergurt und Seil ausgestattet. Imposant: Die riesigen Stahlträger, welche die Fläche markieren, wo später das Auditorium in die Luft hinaus gebaut wird. 28 Meter lang wird es. Der Turm soll 2015 bezugsbereit sein und wird 2000 Beschäftigten Platz bieten. (jam)

Novartis: Von Verzögerungen keine Spur

Asklepios 8: Die Arbeiten am zehnten Stockwerk sind im Gang.

Asklepios 8: Die Arbeiten am zehnten Stockwerk sind im Gang.

Kenneth Nars

Problemlos verlaufen die Bauarbeiten am Hochhaus Asklepios 8 auf dem Novartis-Campus. Der momentane Arbeitsstand entspreche der Planung, heisst es vonseiten der Novartis. Von Verzögerungen keine Spur. Der Bau vom Architekten-Duo Herzog & de Meuron ist schon beinahe zu zwei Dritteln im Rohbau erstellt. Auch mit der Finanzierung zeigt man sich bei der Novartis zufrieden. «Wenn die Termine stimmen, stimmen meist auch die Kosten und umgekehrt», hält sich Felix Raeber, Sprecher für den Novartis-Campus, allgemein.

Rund 50 Arbeiter kümmern sich momentan um die Schalungs- und Betonierarbeiten des zehnten Stockwerkbodens. Total entstehen 15 Stockwerke überirdisch und drei Kellergeschosse. «In den Untergeschossen wird bereits die Haustechnik installiert», schreibt Raeber.

Überrascht zeigt sich Raeber von der reibungslosen Abwicklung der Baulogistik: «Die Baulogistik für die schnelle Bauweise wurde sorgfältig geplant und konnte bisher reibungslos abgewickelt werden, das ist nicht unbedingt selbstverständlich, angesichts der gewünschten Präzision und Qualität und der Anzahl der involvierten Zulieferfirmen.»

Der Rohbau des 65 Meter hohen Gebäudes ist also bald fertiggestellt. Bis das Hochhaus – wo es auch ein Restaurant geben soll, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist – bezogen werden kann, dauert es aber noch. Im Frühjahr 2015 soll es gemäss Raeber so weit sein. (jam)

Kompliziert: Grosspeter-Areal

Der Rohbau der beiden Hotels soll bis im Herbst 2013 fertig sein.

Der Rohbau der beiden Hotels soll bis im Herbst 2013 fertig sein.

Kenneth Nars

Während der Grosspeter-Tower noch in der Planungsphase ist, geht der Bau der beiden Hotels vom französischen Unternehmen Accor gut voran. Ein Novotel (159 Zimmer) und ein Hotel Etap (180 Zimmer) entstehen auf dem Baufeld A, dem früheren Standort der Garage.

Urs Schönenberger ist zuständiger Architekt und Projektmanager von Dietziker Partner Baumanagement für die beiden Hotels. Er zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf der Arbeiten, obwohl diese im Winter teilweise nicht fortgesetzt werden konnten. «Zum Glück gab es deswegen keine grossen Verzögerungen im Plan», sagt Schönenberger.

28 Arbeiter sind zurzeit am Rohbau. Gemäss Schönenberger soll dieser bis im Herbst vollendet sein. Schönenberger rechnet damit, dass die beiden Hotels im Spätsommer 2014 bezugsbereit sind – wenn denn alles planmässig klappt. Denn ein weiteres Hochhausprojekt auf dem Grosspeter-Areal könnte dem Hotelbau in die Quere kommen. Der 78 Meter hohe Turm Grosspeter-Tower soll 2014 in die Bauphase gehen. «Der Bau des Grosspeter-Towers wird uns tangieren», ist sich Schönenberger bewusst.

Aus 17 426 Quadratmetern soll der Grosspeter-Tower bestehen. Verteilt auf 22 Stockwerke. Rund 36 Prozent davon sind für ein Hotel im Sockelbereich vorgesehen. Baubeginn für das Projekt der PSP Swiss Property soll 2014 sein, wenn 75 Prozent der Fläche vorvermietet werden können. Rund 80 Millionen werden in den Bau investiert. (jam)

Weitere Hochhaus-Projekte

Nebst den Türmen von Roche (178 Meter) und Novartis (65 Meter) sind weitere Hochhäuser geplant:

• Grosspeter-Tower (78 Meter). 17 426 Quadratmeter gross ist die Nutzungsfläche des Gebäudes auf dem Grosspeter-Areal. 36 Prozent davon sind im Sockelbereich für einen Hotelbetrieb vorgesehen. Die Firma PSP Swiss Property will den Bau aber erst realisieren, wenn 75 Prozent der Fläche vorvermietet sind. Die Projektierung des Baus hat das Basler Büro Degelo Architekten übernommen.

• Schällemätteli (70 Meter). Auf dem Hochschulareal St. Johann (Areal zwischen Klingelberg-, Spital- und Schanzenstrasse), wo bereits andere Unibauten sowie das Kinderspital stehen, soll auf dem Baufeld 1 ein 70 Meter hoher Neubau für das Biozentrum entstehen. Dies im Rahmen der räumlichen Entwicklung der Universität.

• Bâloise (maximal 87 Meter). Am 8. Januar kündigte der Versicherungskonzern Bâloise einen neuen Hauptsitz mit Hochhaus an. Am Bahnhofplatz soll ein rund 87 Meter hoher Bau entstehen. Das Hotel Hilton wird abgerissen. Das Bâloise-Gebäude soll ein Hotel und Büroräume beherbergen. Die Planung liegt bei den Architekten Miller & Maranta. Diese haben am 14. Januar begonnen.

• Claraturm (96 Meter). Die Immobiliengesellschaft Balintra AG plant 170 Wohnungen, aber auch Büros und Gastronomie.

• Meret-Oppenheim-Platz (81 Meter). Ein weiteres Projekt von Herzog & de Meuron. Dieses wurde von den SBB in Auftrag gegeben. Geplant ist eine Mischnutzung (Wohnungen, Büros und Läden). (jam)