Novartis Campus
Hochhäuser kommen in Basel politisch gut an

Die Weiterentwicklung des Novartis Campus beschäftigt am Mittwoch erneut den Grossen Rat. Diesmal geht es um die im Nordwesten des Campus gelegenen Hochbauten. Der Grosse Rat wird dem Bebauungsplan für die Rheinfront wohl zustimmen

Esther Jundt
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Am Mittwoch diskutiert der Grosse Rat die «Rheinfront»: Die drei gelben Hochhäuser am Rhein mit den kleinen blauen dazwischen.

Am Mittwoch diskutiert der Grosse Rat die «Rheinfront»: Die drei gelben Hochhäuser am Rhein mit den kleinen blauen dazwischen.

Zur Verfügung gestellt

Laut dem Bebauungsplan «Rheinfront» sollen drei Gebäude, die entlang des Rheins stehen, bis 65 Meter hoch werden. Die Gebäudehöhe der dazwischenliegenden sechs Häuser beträgt – wie auf dem übrigen Areal – 23,5 Meter.

Das östliche Eckgebäude des Campus will Novartis nach dem griechischen Gott der Heilkunst – Asklepios – benennen. In diesem 65-Meter-Hochhaus wird im Parterre ein öffentlich zugängliches Restaurant eingerichtet. Die Pläne für diesen Neubau, der demnächst realisiert wird, stammen vom Architekturbüro Herzog & de Meuron. In den Hochhäusern sollen Büros, in den dazwischenliegenden, niedrigeren Gebäuden Labors eingerichtet werden.

Die ursprüngliche Planung von Vittorio Lampugnani sah eine grundsätzliche Gebäudehöhe von 23,5 Metern vor. Damit wich er für die in der Industriezone mögliche Maximalhöhe von 40 Metern deutlich ab.

Risiken bestehen

Die Bau- und Raumplanungskommission (BRK), die den Bebauungsplan besprochen hat, schreibt in ihrem Bericht, für Novartis und die beauftragten Architekten werde es eine Herausforderung darstellen, die verschiedenen Hochhäuser so auszuführen, dass der in der Planung von Lampugnani angelegte Gesamtzusammenhang der Campus-Bebauung «nicht zu sehr infrage gestellt oder aufgelöst wird».

Die Planung beruhe wesentlich auf der «Einheitlichkeit der Gebäudehöhe», heisst es weiter. Es bestehe das Risiko, dass die hohen, teilweise turmartigen Gebäude die flächige Struktur des Campus erdrücken könnten. Allerdings stellten eher die bis zu 120 Meter hohen Gebäude der Hochhauszone, die im nordwestlichen Teil des Campus geplant sind, eine solche Gefahr dar.

Gleichwohl, die BRK sieht im Bebauungsplan «Rheinfront» in städtebaulicher Hinsicht einen Gewinn. Sie bedauert allerdings, dass nicht alle Gebäude im Perimeter des Bebauungsplanes «Rheinfront» in nächster Zeit erstellt werden. Vielmehr könnten bis zu 15 Jahre verstreichen, bis alle Häuser stehen. Bis dahin würden die heute bestehenden Gebäude für den ausserhalb des Campus stehenden Betrachter sichtbar bleiben, was ästhetisch wenig attraktiv sei.

Die BRK beantragt dem Grossen Rat einstimmig, dem Bebauungsplan zuzustimmen. Dies dürfte der Rat befolgen. Die grossen Parteien befinden aber erst heute Abend an ihren Fraktionssitzungen über ihre Zustimmung oder Ablehnung.

Vorschläge möglich

Die SVP werde dem Plan voraussichtlich zustimmen, sagt Fraktionspräsident Lorenz Nägelin auf Anfrage. Die Partei sei schon bisher auf der Seite von Novartis gestanden. Komme hinzu, dass die geplanten Hochhäuser nicht im Stadtzentrum stehen werden. Die FDP entscheidet auch erst heute Abend, sagte Fraktionschef Andreas Zappalà. Er denke jedoch, dass seine Partei den Plan durchwinken werde, möglicherweise mit einigen Änderungsvorschlägen.

Auch bei der SP scheint das Vorhaben nicht auf grössere Opposition zu stossen. Fraktionspräsidentin Tanja Soland sagt auf Anfrage, sie habe nichts Entsprechendes gehört. Sie betonte aber, dass die Fraktion noch nicht darüber beraten habe.

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