Die Nachfolge Bürgis soll bis Ende 2014 geregelt sein, wie das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt am Donnerstag mitteilte. Gesucht wird eine "herausragende Persönlichkeit mit ausgewiesener internationaler Erfahrung in der kuratorischen und unternehmerischen Leitung eines Kunstmuseums oder einer vergleichbaren Institution", wie es im Communiqué heisst.

Präsidiert wird die Findungskommission von Philippe Bischof, dem Leiter der Abteilung Kultur des Kantons Basel-Stadt. Neben ihm gehören dem Gremium je drei Vertreter der Kommission des Kunstmuseums Basel und drei externe Fachexperten an.

Die Kommission des Kunstmuseums wird vertreten durch ihren Präsidenten Peter Mosimann, die Mäzenin Maja Oeri und den Kunstgeschichtsprofessor Ralph Ubl. Die internationale Kunstwelt wird repräsentiert durch den Zürcher Künstler Peter Fischli, Kathy Halbreich, Associate Director des Museum of Modern Art in New York und Alfred Pacquement, Direktor des Centre Pompidou in Paris.

Die Findungskommission werde ihre Arbeit noch in diesem Jahr aufnehmen, heisst es in der Mitteilung. Die frühzeitige Suche nach dem Nachfolger oder der Nachfolgerin Bürgis wird unter anderem mit den "anspruchsvollen Planungen" rund um den Erweiterungsbau und dessen Eröffnung im Jahr 2016 begründet.

Neustart im Frühling 2016

Die Arbeiten am 100 Millionen Franken teuren und zur Hälfte von Maja Oeri finanzierten Erweiterungsbau sind derzeit im Gang. Parallel zu diesen Arbeiten wird das bestehende Museumsgebäude von Grund auf saniert, weshalb das Kunstmuseum von Anfang Februar 2015 bis März 2016 geschlossen wird.

In dieser Zeit wird das ebenfalls zur Öffentlichen Kunstsammlung Basel gehörende Museum für Gegenwartskunst Zentrum der künstlerischen Aktivitäten des Kunstmuseum.

Der Erweiterungsbau und das bestehende Gebäude sollen im Frühling 2016 gleichzeitig eröffnet werden. Ein besonderes Augenmerk des neuen Direktors oder der neuen Direktorin sollen den neuen Möglichkeiten gelten, die der Neubau für "herausragende Ausstellungen bietet, wie es im Communiqué heisst.

Bürgi seit 2001 im Amt

Bernhard Mendes Bürgi, der kurz nach der Eröffnung des erneuerten Kunstmuseum in Pension gehen wird, kam im August 2001 von der Kunsthalle Zürich nach Basel. Bei der Wahl im September 2000 stand der 1953 geborene St. Galler indes nicht auf der Dreierliste der Kunstkommission. Vorgeschlagen wurde er nachträglich von der damaligen Kulturministerin Veronica Schaller.

Theodora Vischer, die damals inoffiziell als Kronfavoritin gegolten hatte, zog nach der Wahl Bürgis umgehend die Konsequenzen und demissionierte als Konservatorin des Museums für Gegenwartskunst. 2001 wurde sie Gründungsdirektorin des von Maja Oeri gestifteten Schaulagers. Heute ist sie Kuratorin bei der Fondation Beyeler.