Dorenbach

Hochwasserschutz auf der Grenze

Zehn Millionen der Sanierungskosten übernimmt der Bund.

Zehn Millionen der Sanierungskosten übernimmt der Bund.

In den nächsten Jahren wird der Dorenbach auf engstem Raum saniert.

Bereits 2003 lag ein Vorprojekt vor, um den zu grossen Teilen aus Beton und Kies bestehenden Bachlauf des Dorenbachs zu sanieren und den Hochwasserschutz zu verbessern. Weil beiden Kantonen damals aber das Geld fehlte und die Massnahmen nur wenig Priorität genossen, wurden sie auf die lange Bank geschoben. Vor zwei Jahren wurde der erste Abschnitt beim ehemaligen Stammareal in Binningen realisiert. In den kommenden acht Jahren sollen die restlichen Etappen folgen. Gestern begann nun die Mitwirkung für den 680 Meter langen Abschnitt «Promenade» zwischen dem Durchlass am Allschwilerweg unterhalb des Allschwiler Weihers und dem Durchlass am Neubadrain.

Von Menschenhand geprägt

Der Dorenbach entspringt im Allschwiler Wald und mündet kurz vor dem Margarethenhügel in die Birsig. Der Bach ist weniger als ökologisch wertvolles Gewässer, als vielmehr auf weiten Teilen seiner 3,6 Kilometern Länge als Kantonsgrenze zwischen Baselland und Basel-Stadt bekannt. Im Normalfall ist der Dorenbach ein unscheinbares Kleingewässer, das sich grösstenteils kanalisiert zwischen Häuserfassaden und Strassenabschnitten durchzwängt.

Die Gefahr, die bei Starkregen vom Dorenbach ausgeht, ist gemäss Jonas Woermann, stellvertretender Leiter Gewässerplanung des Geschäftsbereichs Wasserbau beim Tiefbauamt Baselland, zwar nicht sehr gross, doch in Einzelfällen kann der Bach grossflächig Schäden anrichten. «Bei Hochwassersituation sind zwar nicht Leib und Leben gefährdet, aber das Hochwasser kann sich vom Dorenbach aus flächenmässig weitläufig ausbreiten, da das Terrain auf Basler Seite tiefer liegt als die Bachsohle.»

Bei Hochwasser wird es gefährlich

Und genau da liege die Hauptgefahr des Dorenbachs, erklärt Woermann, der die Sanierung des Bachlaufs und die Hochwasserschutzmassnahmen als Projektleiter verantwortet. «Der Lauf des Dorenbachs ist derart stark von Menschenhand geprägt, dass er auf gewissen Abschnitten nicht wie ein natürlicher Bach an der tiefsten Stelle des Geländes, sondern am Hang entlang verläuft.»

Bei Hochwasser, das gemäss Statistik alle 100 Jahre vorkommt, werden Strassen und Gebäude des Neubadquartiers und des Allschwiler Industriegebiets überflutet. Das ausgetretene Wasser gelangt aufgrund der von Jonas Woermann erwähnten Topographie nicht wieder in den Dorenbach zurück.

Zu kleiner Durchlauf am Allschwilerweg

Die aktuelle Hauptschwachstelle des Dorenbachs in Bezug auf den Hochwasserschutz liegt gemäss Jonas Woermann beim zu kleinen Durchlass am Allschwilerweg. Doch nur diesen zu vergrössern reicht gemäss Jonas Woermann nicht. «Bevor man oben die Kapazität erhöht, muss man unterhalb dafür sorgen, dass das Mehr an Wassermenge auch aufgefangen werden kann.» Auf der gesamten Länge des Dorenbachs soll durch gezielte Verbreiterungen und der Verstetigung des Gefälles das Wasservolumen erhöht werden.  

Auf dem nun anstehenden Abschnitt entlang der Promenade soll die Kapazität des Bachlaufs ausgebaut und der Abschnitt ökologisch aufgewertet werden. Für den Hochwasserschutz werden auf beiden Seiten die Ufer mit Dämmen und Mauern erhöht, acht Brücken angehoben, eine Brücke abgebrochen und an gewissen Stellen das Profil verbreitert. Obwohl Brücken bezüglich Hochwasserschutz eine zusätzliche Gefahr darstellen, sollen die Zugänge zu den Liegenschaften und die Übergänge für die Öffentlichkeit erhalten bleiben. Die Massnahmen an der Dorenbachpromenade kosten 1,2 Millionen Franken.

«Wir haben eigentlich keinen Platz»

An den Gesamtkosten der Sanierung und des Hochwasserschutzes am Dorenbach von rund zehn Millionen Franken übernimmt der Bund 35 Prozent. Prozent. Vom Rest übernimmt der Kanton Basel-Stadt 50 Prozent, Baselland 40 Prozent und die Gemeinde Binningen zehn Prozent. Private Brückenzugänge müssen bis auf die Fundamente von den Eigentümerinnen und Eigentümern der Liegenschaften bezahlt werden.

Die Hauptherausforderung liegt dabei neben der Koordination zwischen den beiden Kantonen in den engen Platzverhältnissen entlang des gesamten Bachlaufs. «Wir haben eigentlich keinen Platz. Teilweise geht es um wenige Zentimeter», beschreibt Projektleiter Jonas Woermann. Auch für Binningens zuständige Gemeinderätin Caroline Rietschi (SP) gehören die knappen Platzverhältnisse zu den Hauptschwierigkeiten.

«Es besteht nur ungenügend Raum, um dem Bach wirklich Platz zu geben. Die früheren Einengungen beziehungsweise Begradigungen haben leider unüberwindbare Spuren hinterlassen.» Bei der Gemeinde ist man froh, dass der bisher nicht gewährleistete Hochwasserschutz nun endlich realisiert wird. Vergangene Hochwasserereignisse und Berechnungen würden die Notwendigkeit der Massnahmen belegen, betont Rietschi.

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