Diese Zonenplanrevision bringe Massnahmen für Gebiete, auf denen bereits Gebäude stehen, sagte der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels vor den Medien. So sollen grössere Geschosszahlen erlaubt und Bebauungspläne abgeändert werden, um mehr «Dichtespielräume» zu schaffen.

Eine weitere Stärkung der Innenentwicklung ist gemäss Wessels notwendig, um die Wohnraumknappheit wirkungsvoller als bisher zu bekämpfen. Zudem soll sie die Zersiedelung der Region vermindern und den Pendlerverkehr eindämmen.

Dabei gehe man nicht mit dem Giesskannenprinzip vor, sagten die Verantwortlichen des Bau- und Verkehrsdepartements. Die Massnahmen würden auf Gebiete mit geeigneten Grössen und genügend grossen Hof- und Strassenräumen ausserhalb der bereits sehr dichten Quartiere fokussieren. Gebiete mit besonders wertvollen Ortsbildern oder «naturräumlichen Vernetzungsfunktionen» würden nicht beeinträchtigt.

Bis zu sieben Geschosse möglich

Aufzonungen sieht die Zonenplanrevision in den Gebieten Lehenmatt, Wittlingerstrasse, Grienstrasse, Kayserbergerstrasse vor, sowie an den Achsen Spalenring, St. Alban Anlage/Nauenstrasse, Kleinhüningeranlage und bei der Umrahmung Landhof. Erlaubt werden sollen dort ein bis zwei Geschosse mehr als heute.

Teilweise sollen so, etwa entlang der St. Alban-Anlage, bis zu sieben Geschosse gebaut werden können. «Spielräume» für bauliche Verdichtungen will die Revision zudem unter anderem im Gebiet Gellert, dem Umfeld Bahnhof SBB, im Rappoltshof im Kleinbasel sowie im Gebiet Aeschengraben/Gartenstrasse schaffen.

Die Zonenplanrevision ergänze die bereits laufenden Areal- und Stadtteilentwicklungen. Der Bedarf nach neuem Wohnraum bleibt gemäss Wessels auf absehbare Zeit sehr gross angesichts des starken Wirtschaftswachstums. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Einwohnerzahl Basels um rund 10'000 Personen. Arbeitsplätze wurden rund 20'000 neue geschaffen.

Schrittweise Realisierung

Die Verantwortlichen gehen indes davon aus, dass die Potenziale nur langsam und schrittweise ausgeschöpft werden. Dies hänge von den Interessen der überwiegend privaten oder genossenschaftlichen Grundstückeigentümern ab.

Wessels schätzt, dass mit den Massnahmen bis ins Jahr 2035 Wohnraum für rund 2000 Menschen und Platz für rund 300 Arbeitsplätze entstehen könnte. Zusammen mit weiteren schon vorgesehenen Massnahmen soll die Einwohnerzahl von Basel in der gleichen Zeit um insgesamt rund 21'000 Menschen und die Zahl der Arbeitsplätze um 42'000 steigen.

Im Weiteren enthält die nun vorgelegte Zonenplanrevision einige formale Bereinigungen. Dazu zählen die Aufhebung und Vereinfachung von Bebauungsplänen mit veralteten Vorschriften sowie Zweckbestimmungen von Zonen für Nutzungen im öffentlichen Interesse. Zudem gibt es kleinere Korrekturen beim Wohnanteilplan.

Die Teilrevision des Zonenplans wird vom 30. Mai bis 7. Juli öffentlich aufgelegt. Geplant sind im Juni zudem drei Informationsveranstaltungen in den Quartieren. Einen Ratschlag will die Regierung zum Jahreswechsel 2017/2018 an den Grossen Rat überweisen.