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Hoffen und Bangen bei Basler Events – Wie geht es weiter mit den Manor Sponsorings?

Manor engagiert sich bei diversen Basler Events als Sponsor. Deren Organisatoren reagieren verunsichert auf den neuerlichen Kahlschlag.

Rahel Koerfgen
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Manor sponsert auch diverse kulturelle Veranstaltungen. Diese reagieren nach dem massiven Stellenabbau verunsichert.

Manor sponsert auch diverse kulturelle Veranstaltungen. Diese reagieren nach dem massiven Stellenabbau verunsichert.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Die Warenhauskette tritt nicht nur an nationalen Events wie dem Locarno Film Festival als Sponsor auf. Auch in der Region Basel freuten sich zahlreiche Anlässe in den vergangenen Jahren über die Unterstützung von Manor. Insbesondere im Kleinbasel, wo sich der Hauptsitz befindet, zeigte sich Manor grosszügig.

Dies war hauptsächlich einer Person zu verdanken: Der ehemalige Generaldirektor Betrand Jungo, eigentlich ein Freiburger, fühlte sich in Basel stets pudelwohl, pflegte viele Freundschaften und ein gutes Netzwerk. Auch im Kulturbereich.

Er liess es sich trotz voller Agenda jeweils nicht nehmen, am VIP-Apéro des Flossfestivals aufzutauchen und Arm in Arm mit Floss-Kapitän Tino Krattiger für die Kameras zu posieren. Das Floss gehöre zu den Highlights in seinem Jahresprogramm, und es sei wichtig, gerade solch lokale Events zu unterstützen, weil sie Leben in die Stadt bringen und Manor letztendlich auch davon profitieren könne, sagte er an einem lauen Sommerabend vor einem Jahr.

Einbussen beim «Bluesfescht»

Nach der Bekanntgabe des Stellenabbaus am Hauptsitz in Basel stellen sich Festival- und Eventorganisatoren die bange Frage: Wird Manor auch in Zukunft in der Region als Sponsor auftreten? Neben dem Floss-Festival hat das Warenhaus in den vergangenen Jahren unter anderem auch das Theaterfestival in der Kaserne Basel, die «Adväntsgass» in der Rheingasse und das «Glaibasler Bluesfescht» unterstützt.

Bei Letzterem als «Presenting Sponsor». Dominik Ehrsam, verantwortlich für Marketing und Werbung, sagt auf Anfrage: «Wir mussten bereits für die diesjährige Ausgabe am 30. Juni Einbussen beim Engagement von Manor hinnehmen.» In diesen Tagen hätten erste Gespräche zu den Verhandlungen für die kommende Ausgabe stattgefunden.

Ehrsam sagt: «Klar, die Situation bereitet uns schon ein wenig Bauchweh. Wir sind aber zuversichtlich, dass Manor wieder zu denselben Konditionen mitmacht.» Insbesondere auch deshalb, weil das Bluesfescht im kommenden Jahr sein Zehnjähriges feiere. «Da wollen wir etwas Besonderes auf die Beine stellen.»

Entspannter gibt sich Thomas Keller, Geschäftsführer der Kaserne Basel und des Theaterfestivals. Mit Manor bestehe keine längerfristige Partnerschaft. Das Festival findet im Zweijahresrhythmus statt, und man suche jeweils für die einzelnen Projekte passende Partner. 2016 engagierte sich die Warenhauskette beim Maibaum-Projekt.

Keller sagt: «Da wir das Programm noch nicht definiert haben, können wir auch nicht sagen, ob etwas Passendes für Manor dabei sein wird.» Falls ja, würde die Kaserne Basel sicher wieder anfragen – und sei zuversichtlich: «Ich bin mir sicher, dass Manor seine Aktivitäten in Basel nicht einstellen wird.» rahel koerfgen