Wegen Coronavirus

Hohe Nachfrage: Ansturm auf die Grippe-Impfungen in Basel

Insgesamt 1,8 Millionen Impfdosen stehen schweizweit dieses Jahr zur Verfügung. (Symbolbild)

Insgesamt 1,8 Millionen Impfdosen stehen schweizweit dieses Jahr zur Verfügung. (Symbolbild)

Die erste Lieferung der Influenza-Impfung ist nach wenigen Tagen vielerorts bereits weg.

«Der Ansturm auf die Grippeimpfung begann direkt nach den Herbstferien. In einer Woche haben wir etwa gleich viel geimpft wie üblicherweise in einem Monat», sagt Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Baselstädtischen Apotheker-Verbands. Stand gestern Nachmittag verfüge sie in der Sevogelapotheke nur noch über wenige Impfdosen. «Wer danach kommt, müssen wir auf die Warteliste setzen», sagt Isler-Christ.

Die ungewohnt hohe Nachfrage nach der Impfung gegen die saisonale Influenza ist kein Basler Phänomen. Sowohl in der restlichen Schweiz wie auch in Deutschland oder Österreich zeigte sich in den vergangenen Tagen derselbe Trend. Teilweise wird bereits vom «Klopapier-Effekt» gesprochen, in Anspielung auf die Hamsterkäufe beim Auftreten des Coronavirus zu Frühlingsbeginn.

Coronavirus ist denn auch der Grund für den Run auf die Influenza-Grippe

Seit Längerem empfehlen Fachleute und auch das Bundesamt für Gesundheit die Impfung gegen die saisonale Grippe dieses Jahr mit besonderem Nachdruck, vor allem um das Gesundheitssystem zu entlasten. Denn auch eine Grippe kann zu Komplikationen führen.

Dazu droht die Gefahr, an einer Grippe und an Covid-19 zu erkranken. Und schliesslich werden auch weniger Coronatests benötigt, wenn weniger Personen an der saisonalen Grippe erkranken.

«Wir rechneten mit einer grösseren Nachfrage»

Das Problem: Der Impfstoff-Bedarf für die kommende Saison muss bereits gegen Ende des Vorjahres geplant werden. Zu diesem Zeitpunkt war das Coronavirus noch ein lokales Phänomen in China. Die Herstellung des Impfstoffs ist komplex. Die Produktion kann nicht einfach kurzfristig vervielfacht werden. Dank Nachverhandlungen konnte sich die Schweiz insgesamt rund 1,8 Millionen Impfdosen sichern – gut die Hälfte mehr als normalerweise.

Auch Lydia Isler-Christ sagt: «Ich habe mit mehr Anfragen gerechnet und deshalb schon im Frühling eineinhalb Mal so viele Dosen wie vergangenes Jahr bestellt.» Mittlerweile stünden auch die Apotheken und Arztpraxen vor der Situation, dass das erste Kontingent verteilt ist. Nachbestellungen sind nicht möglich. Ende November, anfangs Dezember sollte aber nochmals Nachschub kommen.

Das Bundesamt für Gesundheit schreibt dazu: «Auch bei einer Grippeimpfung im Dezember bleibt noch genügend Zeit, damit das körpereigene Immunsystem einen Impfschutz aufbauen kann.» Die Grippewelle beginne in der Schweiz in der Regel nicht vor Ende Dezember, meistens im Januar.

«Sollten alle rechtzeitig zur Grippeimpfung kommen»

Wegen der Situation in Basel hat FDP-Grossrat Christophe Haller nun eine Interpellation eingereicht, in der er von der Regierung wissen will, welche Massnahmen der Kanton ergreift, um den Mangel an Grippeimpfstoff so rasch als möglich zu beheben.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) sagt: «In der aktuellen Situation können Lieferengpässe nicht völlig ausgeschlossen werden.» Das BAG habe aber weitere grosse Lieferungen bis Ende November angekündigt. «Entsprechend sollten alle angesprochenen Personen rechtzeitig zur Grippe-
impfung kommen», so Engelberger.

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