Homosexualität
Basler Regierung will kein kantonales Verbot von Konversionstherapien

Homosexuelle umpolen zu wollen sei entschieden abzulehnen, so die Basler Regierung. Aber ein Gesetz auf kantonaler Ebene mache wenig Sinn.

Jonas Hoskyn
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«Bedarf keiner Therapie» – die Basler Regierung spricht sich für die Rechte von homosexuellen Menschen aus.

«Bedarf keiner Therapie» – die Basler Regierung spricht sich für die Rechte von homosexuellen Menschen aus.

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Die Basler Regierung will kein eigenes Gesetz gegen sogenannte Konversionstherapien schaffen, bei denen homosexuelle Menschen «umgepolt» werden sollen. Der Grosse Rat hatte dies eigentlich in Auftrag gegeben mit der Überweisung einer entsprechenden Motion im vergangenen Mai. Die Regierung bekräftigt in ihrer gestern veröffentlichten Antwort ihre entschiedene Ablehnung gegenüber solchen «Therapien». Diese seien wissenschaftlich nicht anerkannt und ethisch fragwürdig. So hätten die Behandlungen oft schwere Folgen wie Depressionen, Angstzustände bis zu Suizidalität.

Gleichzeitig lässt die Regierung durchblicken, dass sie ein kantonales Gesetz nicht für sinnvoll hält. Für die Erfüllung der Motion bedürfe es nicht einer neuen kantonalen Strafnorm, sondern dass die bestehenden Instrumente gegen Konversionstherapien konsequenter genutzt werden. Dabei sei der Kanton auf Personen angewiesen, die von solchen unzulässigen Therapien Kenntnis haben. So können etwa Disziplinarmassnahmen eingeleitet werden, wenn Personen aus dem Gesundheitswesen eine Konversionstherapie durchführen. Eltern, die ihre Kinder zwingen, würden gar strafrechtliche Konsequenzen drohen.

«Gesamtschweizerisches Zeichen setzen»

Zudem solle ein allfälliges Verbot solcher Therapien national verankert werden, so die Regierung. «Es handelt sich um gesellschaftspolitisches Problem, welcher über die Kantonsgrenze hinaus die gesamte Schweiz tangiert», schreibt die Regierung in ihrer gestern veröffentlichten Antwort. Mit einer Regelung auf Bundesebene könnte daher gesamtschweizerisches ein Zeichen gesetzt und eine wichtige gesellschaftspolitische Signalwirkung erzielt werden.

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