Urteile

Hooligan-Prozess: Bis drei Jahre unbedingt – neun Angeklagte bekommen bedingte/unbedingte Haftstrafen

Szenen aus einem Leserreporter-Video.

Szenen aus einem Leserreporter-Video.

Es ging definitiv nicht um Fussball: Nach der FCB-Saisonabschlussfeier im Mai 2018 rückten Zürcher Fans an, obwohl deren Mannschaft am Spiel gar nicht beteiligt war. Jetzt stehen die Urteile fest.

Ungefähr 40 «Zürcher» parkierten ihre Autos in der Lehenmattstrasse, wobei in diese Zahl auch befreundete Karlsruher Fans eingerechnet sind (die bz berichtete).

Zwölf Männer im Alter zwischen 23 und 36 Jahren mussten sich ab Mitte Februar vor dem Basler Strafgericht verantworten – alle wegen Raufhandel (juristisch für Massenschlägerei). Mehrere waren auch wegen versuchter schwerer Körperverletzung angeklagt. Acht der Angeklagten stammen aus der Region Zürich, zwei aus Deutschland und zwei aus Basel.

Urteile fallen erwartungsgemäss hart aus

Das Gericht verurteilt neun Angeklagte zu Haftstrafen, zwei davon unbedingt / teilweise bedingt. Die anderen drei Angeklagten wurden mit Bussen und Geldstrafen bestraft.

Die höchste Haftstrafe beträgt drei Jahre unbedingt, von einem Landesverweis gegen den Angeklagten in Zürich wohnhaften Syrer sah das Gericht aber ab. Die anderen Zürcher und Deutschen wurden mit vier bis 22 Monaten bestraft. Ein anderer Zürcher muss für sechs Monate ins Gefängnis, von den 22 Monaten, die er bekommt, sind 16 Monate bedingt. 

Der in die Auseinandersetzung involvierte Basler wird zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 100.- abzüglich 16 Tagessätzen für 16 Tage U-Haft verurteilt. Sechs Angeklagte wurden vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen. Wohl deshalb, weil man sie auf den vorliegenden Videoaufnahmen nicht abschliessend identifizieren konnte. Die beiden Basler wurden deshalb vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen, weil sie sich nur gewehrt haben und auf den Videoaufnahmen klar ersichtlich ist, dass sie sich immer wieder zurückziehen wollten und nur dann tätlich wurden, wenn sie sich selber verteidigen mussten.

Das Gericht geht nicht davon aus, dass die Basler vom Angriff gewusst haben. Der Angriff kam aus dem Nichts. Dass die Zürcher und die Karlsruher sich kennen, ist ebenfalls den Akten zu entnehmen. Ein Angeklagter bestätigte dies auch.

Von wem die Idee des Angriffs ausging und wer in die Organisation involviert war, lässt sich nicht abschliessend festlegen. Viele der Angeklagten sagten aus, nicht zu wissen, wer was organisiert habe.

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