Die Anzahl Hotelbetten in Basel wächst und wächst. Dabei mischt insbesondere die Accor-Gruppe den Basler Hotelmarkt kräftig auf: Am Montag wird das «Novotel» (4 Sterne) und das «Ibis Budget» (2 Sterne) eröffnet (die bz berichtete).

Die Accor-Gruppe plant des Weiteren ein Hotel auf dem Grosspeter-Areal. In der Freien Strasse bringt die Tiefpreis-Hotelkette «Motel One» voraussichtlich ab 2016 zusätzliche 136 Zimmer auf den Markt; ein Baugesuch für ein Flughafen-Hotel soll noch in diesem Jahr eingegeben werden.

Das Hotel in Gehnähe zu den Terminals mit insgesamt 200 Zimmern war lange durch den Widerstand der Stadt Saint-Louis blockiert. «Die Chancen stehen gut, dass das Hotel in spätestens zwei Jahren fertig ist», sagte der Flughafendirektor Jürg Rämi im Mai an einer Veranstaltung. Generalunternehmerin ist die Steiner AG, die operative Hotelfirma heisst Canonica.

Auffällig am Basler Hotel-Boom ist: Die Preise bewegen sich zwischen der Tiefpreisklasse und der gehobenen Mittelklasse. Neue luxuriöse Unterkünfte sind nicht geplant. Dabei verringert sich mit der Schliessung des Hotels Hiltl im August 2015 die Anzahl der noblen Gemächer vorübergehend. Nach einer Bauphase, die rund 18 Monate dauert, begrüsst dann das neue das Mövenpick-Hotel die Gäste.

Hotelketten beleben den Markt

«Ich wünsche mir zwei bis drei zusätzliche Fünfsternehotels», sagt Felix Hauser, Präsident des Basler Hotelier-Vereins (BHV). Er begrüsst zwar das breitere Angebot, verweist aber auf die Nachfrage nach Luxushotels. «Bei hochklassigen Anlässen entsteht ein eigentliches Vakuum an Fünfsternehotels. Aber auch ausserhalb dieser Spitzenzeiten besteht eine grosse Nachfrage», sagt Felix Hauser.

Dem widerspricht Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus: «Wir haben genügend Betten für Luxusgäste. Das ‹Hotel Les Trois Rois› ist nicht permanent ausgebucht.»
Die zusätzlichen Betten bedeuten zudem eine Entlastung für die Zeiten der grossen Messen und Events. «An der Basel World schlafen beispielsweise Verkäufer mit durchschnittlichen Löhnen durchaus in einem ‹Ibis Budget›-Hotel», sagt Egloff.

Mit dem erhöhten Angebot im Basler Hotelmarkt erhofft er sich insbesondere, mehr Kongresse und Events nach Basel locken zu können: «Wir haben die Möglichkeit, Kongresse mit 3000 bis 4000 Gästen durchzuführen. Dies muss aber mit dem Übernachtungsangebot harmonisieren.»

Ab nächstem Montag gibt es in Basel durch die beiden Neueröffnungen 339 Hotelzimmer mehr. Die Nachfrage nach dem neuen Angebot sei vorhanden, bestätigt Felix W. Hauser: «Wir sind gut unterwegs. In den letzten Jahren haben wir immer Rekordzahlen bei den Übernachtungen geschrieben.»

«Kurbelt den Markt an»

Dass nun eine internationale Hotelkette die Bettenzahl in Basel aufstockt, erachtet Hauser als Chance: «Die Hotelketten mit einem internationalen Verkauf und Marketing kurbeln den gesamten hiesigen Markt an. Diesen Umstand haben wir beispielsweise in Luzern beobachtet.» Diese Meinung teilt auch Basel-Tourismus-Chef Daniel Egloff: «Vor allem Geschäftsleute und Kongressbesucher wollen während ihres Aufenthalts nicht experimentieren. Bei den internationalen Hotelketten wissen sie, was sie erwartet.»