Der Baselworld geht es schlecht. Das merken auch die Hoteliers. Amrik Manik betreibt seit 2012 an der Basler Schützenmattstrasse 2 das Hotel am Spalenbrunnen. Es ist als 3-Sterne-Hotel eingestuft und hat 24 Zimmer. Daneben hat er zwei indische Restaurants. Manik berichtet über seine Erfahrungen mit der Baselworld.

Mit welchem Preis sind Sie 2012 bei Ihrer ersten Baselworld eingestiegen, Herr Manik?

Amrik Manik: Mit dem Messepreis von 370 Franken die Nacht. Den haben wir von unserem Vorgänger übernommen. Von Anfang an waren wir allein mit drei Schweizer Ausstellern ausgebucht. Sie waren immer neun oder sieben Tage lang da.

War es schwierig, an diese Kunden zu kommen?

Sie haben sich direkt an uns gewendet und jedes Jahr die gleichen Zimmer neu reserviert, sobald die Messe vorbei war. Eine Firma hat sogar regelmässig um ein zusätzliches Zimmer gekämpft und schon im Dezember die Rechnung für die kommende Messe verlangt. Das war aber nur bis vor zwei Jahren so. Heute muss ich auch ihnen hinterher rennen. Von den drei Ausstellern haben mittlerweile zwei abgesagt. Einer hat ursprünglich fünf Zimmer reserviert. Aber, obwohl wir so kurz vor der Messe sind, weiss ich immer noch nicht, ob er sie alle braucht. Dabei verlange ich heute statt 370 Franken nur noch 250 Franken die Nacht.

Haben es die Hoteliers mit den Preisen übertrieben?

Viele Hoteliers sind zuletzt mit den Preisen runtergegangen. Vielleicht waren wir etwas zu spät damit.

Glauben Sie, dass Sie die Hotelpreise noch weiter reduzieren müssen?

Nein. 200 Franken sind in Basel der normale Preis.

Ist Ihr Hotel während der Messe voll?

Es sind neue Leute da, und ich habe mehrere indische Gäste. Von ihnen zahlt aber niemand mehr als 250 Franken. Ich biete die Zimmer im Internet an. Über 300 Franken passiert gar nichts. Beim Preis von 250 Franken dauert es nur wenige Stunden, bis ein Zimmer vermietet ist. Diese Entwicklung hat vor zwei Monaten begonnen. Auch muss man die Zimmer einzeln vermieten, sie sind nicht mehr stornierbar und müssen sofort bezahlt werden. Das war früher anders, da konnte man immer absagen. Etliche Aussteller sind lange geblieben, und es gab eine sehr freundliche Atmosphäre. Alle drei Firmen, die bei uns zu Gast waren, luden mich und meine Frau auf einen Champagner an die Messe ein, und wir wussten, was sie verkauften.

Wann hat sich das geändert?

Dieses Jahr haben wir zu 60 Prozent Besucher. Wir sind ausgebucht, aber die Aussteller sind weg. Das hat sich schon letztes Jahr bemerkbar gemacht. Die Besucher haben heute andere Ansprüche. Sie buchen nur für eine Nacht, und es ist schon passiert, dass das Zimmer von drei oder vier Personen benutzt wurde und dementsprechend dreckig war.

Gibt es zu viele Hotels in Basel?

Es gibt so viele neue Hotels, die mit den Preisen runtergehen und deutsche Preise anbieten. Für mich als kleiner Hotelier ist das nicht so ein Problem. Aber die internationale Atmosphäre fehlt mir. Die internationalen Gäste sind nicht mehr da – nicht als Restaurantbesucher und auch nicht als Messebesucher. Wir hatten sechs Jahre lang den gleichen Aussteller aus New York zu Gast. Seit letztem Jahr kommt er nicht mehr, weil die Messe ihn umplatziert hat. Er hatte beim Abschied Tränen in den Augen.