Schritt für Schritt klettert der Baumfäll-Spezialist den Baumstamm empor, bis ganz nach oben in die Krone. Der Baum hängt über den Rhein, schwankt immer stärker, je höher der Förster klettert. Sein Kollege beobachtet ihn von unten. Die beiden sind mitten in den Vorbereitungen für die Baumfällung, die am Freitagmorgen im Solitude Park in Basel stattgefunden hatte.

Die 14 Bäume, die innerhalb von nur einer Stunde gefällt wurden, waren alle krank. Ein Sicherheitsrisiko. Es war nicht länger zu verantworten, dass sie stehenbleiben. Deshalb wurden sie zur Fällung freigegeben.

Weil alle Bäume direkt am Rheinufer wuchsen, mussten sie über die Luft wegtransportiert werden. Im Solitudepark stand deshalb ein Helikopter bereit.

Das rot-weisse Modell Kaman K-Max K-1200 ist ausschliesslich für Lastentransporte konzipiert. In der Führerkabine hat es nur Platz für einen Piloten. Trotz seines schlanken, filigranen Baus kann der Helikopter Lasten bis zu 2722 Kilogramm transportieren. Das ist mehr als sein Eigengewicht von 2300 Kilogramm.

Bäume fliegen durch die Luft

Am Rheinufer lässt der Förster am Boden kurz die Motorsäge aufheulen. Sie läuft. Über das Seil gelangt sie nach oben zu seinem Kollegen in der Baumkrone.

Die Förster befestigen das Drahtseil – und dann fliegt die Baumkrone davon.

Aus der Ferne verrät das immer lauter werdende Geräusch der Helikopter-Rotoren: Lange dauert es nicht mehr. An der Führerkabine ist ein langes Seil befestigt. Der Förster auf dem Baum befestigt es am Seil am Baumstamm, das er angebracht hat. Dann heult die Säge auf und die Ketten fräsen sich in den Baumstamm. Den Zuschauern am Rheinufer bläst der Flugwind um die Ohren.

Der Stamm ist durchgesägt, der Helikopter steigt. Die Baumkrone baumelt am Seil und wird in den Solitudepark abtransportiert. Wenig später wiederholt sich das Spektakel und der Rest des Baums fliegt durch die Luft in den Park. Dort wächst der Haufen, bis auch vom letzten kranken Baum am Rheinufer nur noch der Strunk übrig ist.