Lulu tat, was jeder Hund gemacht hätte: Sie ass die Wurst, die sie im Gras am Rande des Schützenmattparks fand. Nach einer Viertelstunde passierte jedoch etwas, was die Hündin nach dem Verzehr einer Wurst noch nie erlebt hatte: Sie zitterte, zuckte, brach zusammen. Frauchen Sandra Luzia Schafroth brachte sie sofort zum Tierarzt, dieser pumpte Lulu den Magen aus und rettete sie so vor dem Tod. «Wären wir nicht zufällig beim Auto gestanden und hätte der Arzt nicht so schnell gehandelt, wäre Lulu gestorben», sagt Schafroth.

Das ist vier Jahre her; damals streute ein Unbekannter Gift rund um den Park. Mehrere Hunde überlebten die Attacke, ein Pudel starb. Lange noch mieden viele Hündeler den Spazierweg, bis im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache gewachsen war und man wieder gern dort spazierte.

Jetzt ist die Angst wieder da. Seit am Wochenende erneut ein Hund starb und einer verletzt wurde, sind die Hündeler wieder alarmiert. Die neuste Meldung aus dem Veterinäramt bringt keine Beruhigung, ganz im Gegenteil. Jetzt ist klar, dass tatsächlich wieder ein Tierquäler unterwegs ist: Fünf Köder in Form einer gräulichen Masse mit schwarzen, millimetergrossen Körnchen konnten bei der Bundesstrasse am Park sichergestellt werden. Welches Gift sich darin befindet, ist noch unklar. Die Köder werden derzeit toxikologisch analysiert. Höchstwahrscheinlich ist es aber auch für Menschen gefährlich.

Hunderte teilen Facebook-Text

Via Facebook versucht das Veterinäramt, die Hundebesitzer zu sensibiliseren: «Wir empfehlen dringend, die Hunde in besagtem Gebiet, vor allem entlang der Bundesstrasse 21 bis 27, an der kurzen Leine zu führen, gut zu beobachten und zu verhindern, dass sie etwas vom Boden aufnehmen.»

Die Warnung wurde innert weniger Stunden fast 400 Mal geteilt. Dutzende User kommentierten die Geschehnisse auch. Der Täter wird als «Sauhund» und «kranker Mensch» bezeichnet. Wobei das Wort Mensch in Anführungszeichen gesetzt wird. Alle Einträge sind höchst emotional. Nur die Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet. Die Polizei hat ihre Präsenz beim Park erhöht. Sie bittet die Bevölkerung um Hinweise. Kantonstierarzt Michel Laszlo weiss aber: «Die Wahrscheinlichkeit, einen Tierquäler zu erwischen, ist gering.»