Internationale Bauausstellung
IBA Basel 2020 könnte Basis für eine Expo in der Region bilden

Das Projekt der trinationalen Raumentwicklung um Basel könnte bis 2030 weiterwachsen – mithilfe der Expo.

Peter Schenk
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Bei dem vom privaten Büro Courvoisier lancierten IBA-Projekt sollen Kiesgruben in Naherholungsräume für die Bevölkerung umgewandelt werden.

Bei dem vom privaten Büro Courvoisier lancierten IBA-Projekt sollen Kiesgruben in Naherholungsräume für die Bevölkerung umgewandelt werden.

IBA Basel 2020

Die Internationale Bauausstellung IBA Basel 2020 ist keine Ausstellung im herkömmlichen Sinne, sondern ein Projekt der trinationalen Raumentwicklung. Das zeigen auch die IBA-Projekte, von denen einige wenige bereits umgesetzt, andere nominiert oder vornominiert sind.

Manche Vorhaben wie die 3er-Tramverlängerung von Basel nach Saint-Louis, der Rheinuferweg vom St. Johann ins elsässische Huningue zur Dreiländerbrücke, die Entwicklung um den Badischen Bahnhof oder das Stadtentwicklungsprojekt Dreiland zwischen Basel Kleinhüningen, Huningue und Weil am Rhein würden wohl auch ohne IBA existieren.

IBA schafft Dynamik

Bei anderen aber hat die Nominierung oder Labelisierung durch die IBA geholfen, eine Dynamik in Gang zu setzen oder sie sind mit der Mithilfe der IBA entstanden. Genannt seien hier der bereits existierende Rehberger-Weg: 24 Stopps zwischen Fondation Beyeler und Vitra, die Beschreibung ausserordentlicher Naturorte im Regio Grüngürtel oder auch der Kiesgrubenpark, bei dem Erholungsräume für die Bevölkerung entstehen sollen.

Auch da viele Vorhaben mit dem Abschlussdatum der IBA 2020 noch nicht umgesetzt werden sein, würde eine Weiterführung in Hinblick auf eine Expo durchaus Sinn machen. Das sieht auch der Basler Regierungsrat und IBA-Präsident Hans-Peter Wessels so: «Die IBA Basel 2020 zeichnet Projekte aus, welche die Menschen in der Region Basel über die Landesgrenzen hinweg näher zueinander bringen. Dabei handelt es sich überwiegend um Infrastrukturprojekte, die langfristig wirken... Sofern eine Expo den grenzüberschreitenden Zusammenhalt und die enge Zusammenarbeit der Schweiz mit dem europäischen Umland zum Thema hat, könnte sie also durchaus auf die IBA aufbauen.»

Ähnlich argumentiert IBA Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia:«Es gibt zahlreiche Massnahmen, welche bis zur IBA Basel 2020 ausgearbeitet werden, umgesetzt jedoch erst in einem längeren Horizont. Es wäre beinahe traumhaft, wenn wir dieses Dynamik beibehalten könnten. Vorausgesetzt jedoch ist die Nachhaltigkeit.»

Grenzübergreifend ist wichtig

Die Weiterführung in einer Expo macht für Wessels grundsätzlich bei allen IBA-Projekten Sinn, «sofern der thematische Schwerpunkt der Expo an den IBA-Leitsatz ‹Gemeinsam über Grenzen wachsen› anknüpft. Vielfalt, Offenheit und Innovation müssten bei dieser Expo im Zentrum stehen.» Dabei ist dem Baudirektor bewusst, dass die bisherigen Expos schweizerische Leistungsschauen waren, die auf nationaler Ebene identitätsstiftend wirkten. «Die IBA ist in einem gewissen Sinn das Gegenteil davon: Sie sucht eine grenzüberschreitende Identität auf regionaler Ebene.»

Während die Expo ein kostenintensiver Grossanlass sei, der kurzfristig sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehe, sei die IBA hingegen vergleichsweise äusserst bescheiden, aber auf eine langfristige Wirkung angelegt. Linder-Guarnaccia ergänzt: «Vielleicht sind wir die, die das Terrain, eben das funktionierende Drumherum als beste Voraussetzung für eine Expo, bereits am Erledigen sind?»

Mit dem Stand der IBA ist Wessels zufrieden. «Sie hat sich äusserst erfreulich entwickelt. Von den rund 30 Projekten sind vier Jahre vor der Schlusspräsentation drei bereits fertiggestellt. Ein grosser Teil der aktuell 17 beteiligten Gebietskörperschaften hat die Finanzierung bis zum Abschluss 2020 bereits bewilligt. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass die Region im Präsentationsjahr 2020 zahlreiche interessante Projekte zeigen können wird.»