Basel
«Ich bin fast froh, dass ich früh bei ‹The Voice› ausgeschieden bin»

«The Voice of Switzerland» - Kandidatin Lena Schenker ist bei der zweiten Entscheidungsrunde ausgeschieden. Damit steht im Schatten der Siegerin Nicole Bernegger– und kann gut damit leben.

Silvana Schreier
Merken
Drucken
Teilen
Lena Schenker fühlt sich sicherer, wenn die Gitarre auf der Bühne dabei ist.

Lena Schenker fühlt sich sicherer, wenn die Gitarre auf der Bühne dabei ist.

Silvana Schreier

Als die erste Staffel der Castingshow «The Voice of Switzerland» Mitte März zu Ende ging, stand die Birsfelderin Nicole Bernegger zuoberst auf der Siegertreppe (siehe Box). Eine andere Baselbieter Kandidatin musste die Liveshows von zu Hause aus mitverfolgen: Lena Schenkers Reise bei «The Voice» war nach der zweiten Entscheidungsrunde vorbei.

«Ich bin fast froh, dass ich so früh ausgeschieden bin. So bringt man mich nicht immer mit dieser Castingshow in Verbindung», sagt Lena Schenker im Gespräch. Auch wäre es schwieriger gewesen, wenn sie sich in einer Liveshow hätte verabschieden müssen.

Beinahe-Helden

Die bz zeigt im Jahresrückblick diejenigen, die nicht auf dem Siegerpodest standen, aber trotzdem etwas bewegten. Folgende Personen küren wir als Beinahe-Helden des Jahres: Lena Schenker, Eric Nussbaumer, Gerhard Schafroth und Kevin Schläpfer stehen für jeweils ein Quartal des Jahres. (JES)

«Musik ist mein Hobby»

Trotzdem sei die Erfahrung, die sie bei «The Voice» sammeln konnte, sehr wichtig für sie: «Ich bereue nicht, dass ich mitgemacht habe. Im Gegenteil.» Ihr Coach und Juror Philipp Fankhauser habe ihr viele Tipps gegeben, an die sie noch heute denkt, wenn sie auf der Bühne steht. Zu anderen Kandidaten habe sie nur noch selten Kontakt.

Die Teilnahme bei «The Voice» habe ihr aber zu grösserer Bekanntheit verholfen: Viele Rückmeldungen und Konzertanfragen erhielt die 17-Jährige in den vergangenen Monaten. Auch ausserhalb der Region. So durfte sie im Sommer in Schaffhausen auftreten. «Mein diesjähriges Highlight war aber mein Konzert am Liestal Air», erzählt sie.

Nicole Bernegger: «The Voice»-Siegerin

Die erste Staffel von «The Voice of Switzerland» begann Ende Januar 2013. Nicole Bernegger wurde von Anfang an als Favoritin gehandelt. Nach den «Blind Auditions» wollten alle Coaches die Birsfelderin in ihrem Team haben. Sie entschied sich für den Rapper Stress. Hochschwanger stand sie schliesslich am 16. März im Finale. Bernegger wurde von den Zuschauern zu «The Voice of Switzerland» gewählt. Kurze Zeit später brachte die 36-Jährige ihr drittes Kind zur Welt. Danach begann die Arbeit am Debüt-Album mit Stress und Produzent Fred Herrmann. Im Oktober erschienen
11 Songs auf dem Album «The Voice». Die erste Singleauskopplung «The Fool» handelt von unerfüllter Liebe und Herzschmerz. Schon als Teenager nahm Bernegger Gesangsunterricht. Mit ihrer Band «The Kitchenettes» spielte die Baselbieter zahlreiche Konzerte in der Schweiz. Der Soul-Einfluss ist trotz einiger Pop-Melodien auf dem Solo-Album noch immer zu hören. (SIL)

Neben den zahlreichen Konzerten besucht Lena Schenker das Gymnasium Liestal. Als Schwerpunktfach wählte sie Italienisch: «Musik ist mein Hobby, ich wollte das nicht mit der Schule verbinden.» Das musikalische Talent liege in der Familie: Sowohl die Eltern als auch die drei Geschwister sind musikbegeistert. Die Gibson-Gitarre konnte sich Lena Schenker nach vielen Stunden musizieren auf den Strassen leisten. «Ich fühle mich einfach wohler, wenn ich mit meiner Gitarre auftreten kann», erklärt sie.

Nach der Matur möchte die Liestalerin ein halbes Jahr in Kanada verbringen. «Ich erhoffe mir dort noch mehr Möglichkeiten für meine Musik», sagt Lena Schenker. Am liebsten würde sie später ihr Geld mit Singen und Gitarrespielen verdienen.

Am 10. Januar wird die Singer/Songwriterin ihren ersten Videoclip zu einem selbst geschriebenen Song «Fallen One» auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlichen. Zudem sei auch ein Album mit einem befreundeten Produzenten in Planung. Trotz frühem Ausscheiden bei «The Voice» geht es für Lena Schenker stetig bergauf.