Frau Schlewitt, was war für Sie der schönste Moment an diesem Theaterfestival?

Carena Schlewitt: Es gab so viele schöne Momente, eigentlich jeden Tag. Schon die Eröffnung war ein grosses Willkommen von vielen Kollegen, Künstlern, Politikern, Sponsoren und Kulturveranstaltern. Dann begann das Festival und ich war überwältigt vom enormen Interesse des Publikums, das sich auch in den anschliessenden Gesprächen zeigte. Es hat ein echter Austausch stattgefunden. Wir haben auch von allen Künstlern das Feedback bekommen: «Wow, Basel hat ja ein tolles Publikum». Nicht nur haben die Stücke Inhalte und Formen vermittelt sowie Wahrnehmungen verrückt. Das Festival fand wirklich in und mit der Stadt statt, es hat hier wieder seinen Platz gefunden.

Was hat Sie enttäuscht?

Das Wetter am Anfang. Das Festival konnte draussen nicht so richtig losgehen, obwohl das die Stimmung in den Häusern selber nicht getrübt hat. Die ersten drei Vorstellungen von Willi Dorners outdoor Performance «above under inbetween» mussten wir leider absagen. Die allergrösste Enttäuschung war allerdings, dass der ägyptische Streetartist Ganzeer sein Visum nicht bekommen hat. Jetzt hat der freischaffende Künstler und Graphiker Daniel Künzler Ganzeers Vorgaben umgesetzt.

Das nächste Theaterfestival soll 2014 wieder stattfinden: Was haben Sie für Pläne, Träume?

Es gibt viele Künstlerinnen und Künstler, die wir schon länger verfolgen. Die Einladung von Produktionen hängt aber auch von räumlichen, zeitlichen und finanziellen Bedingungen ab. Mir hat zum Beispiel vor zwei Jahren an den Wiener Festwochen ein achtstündiges Stück von Robert Lepage enorm gefallen, aber so eine grosse Produktion war bislang nicht zu realisieren. Ausserdem schwebt mir ein sehr partizipatives Stück vor. Wichtige Überlegungen werden sich wieder auf die Bespielung spezieller Räume und des Kasernenareals beziehen. Ich möchte gerne, dass das Theaterfestival weiterhin in vielen Räumen und in der ganzen Stadt spielen wird.