Am Schluss ist der Plan des CVP-Vorstandes doch noch aufgegangen. Ganz unbescheiden hatte er ausschliesslich Mitglieder aus seinen Reihen für die Fünfer-Liste für die Nationalratswahlen im Herbst vorgeschlagen. Neben Parteipräsident Balz Herter und Fraktionschefin Andrea Knellwolf sollen auch Manuela Brenneis, Patrick Huber und Daniel Albietz für die Basler Christdemokraten in den Wahlkampf steigen.

Die Harmonie der Nominationsversammlung wurde einzig von Remo Gallacchi gestört. Mit dem Nein des Vorstandes wollte sich der kürzlich abgetretene Grossratspräsident nicht abfinden. Beworben etwa von der ehemaligen Parteipräsidentin Andrea Strahm stellte er sich für die interne Wahl zur Verfügung.

Mit Babygate geworben

Immerhin habe er mit der Babygate-Affäre im Grossen Rat sogar nationale Bekanntheit erlangt, erklärte Gallacchi vor den über 50 Mitgliedern. «Ich möchte Stimmen holen für die CVP, um den anhaltenden Abwärtstrend zumindest zu stoppen.» Nur: Die Basis sah es anders.

Unter den Augen des nationalen Parteipräsidenten Gerhard Pfister erhielt Gallacchi von den sechs Kandidaten am wenigsten Stimmen und schied damit überzählig aus.

Bereits anfangs Monat hatten die Spitzen der sechs bürgerlichen Parteien FDP, LDP, CVP, GLP, EVP und BDP angekündigt, mit einer breiten Listenverbindung gemeinsam zu den Nationalratswahlen anzutreten. Prominente Abwesende: die SVP.

Gerade die CVP hatte sich gegen eine Zusammenarbeit gewehrt. Anders als die Schweizer SVP stehe seine Partei gegen Abschottung und für die bilateralen Verträge ein, hatte CVP-Präsident Herter begründet. Die Strategie ist am Montag von der CVP-Basis einstimmig abgesegnet worden.

Hauptziel der verbleibenden Sechser-Listenverbindung ist es, den dritten von fünf Basler Nationalratssitzen zurückzuerobern. Diesen hatte 2015 Basta-Politikerin Sibel Arslan dem Christdemokraten Markus Lehmann abgeknöpft. Gleichzeitig soll LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein als gemeinsame Kandidatin versuchen, für die Bürgerlichen den Basler Ständeratssitz zu erringen.