Frau Schenker, Sie sind Spezialistin für Rankings – wie haben Sie für sich die Universität Basel gerankt?

Andrea Schenker-Wicki: Das habe ich nicht gemacht. Ich habe natürlich nachgeschaut, wie sie abschneidet in den verschiedenen Rankings und das Resultat hat mich sehr befriedigt. Natürlich kann man immer noch besser werden …

Wo, glauben Sie, bringen Sie der Universität Basel am meisten?

Wahrscheinlich ist es so, dass mein Know-how über die internationale und nationale Hochschullandschaft der Universität Basel hilft, auch wenn es um die Entwicklung der Uni geht.

Geht es dabei eher um Vernetzung zwischen Hochschulen oder um das Management der Uni?

Beides. Ich habe sehr gute Kontakte zu verschiedenen und sehr guten Universitäten. Dabei kann man immer voneinander lernen. Dabei ist die Weiterentwicklung sehr wichtig. Im Managementbereich wollen wir dafür sorgen, dass wir Professoren und Dozenten möglichst von administrativen Abläufen entlasten können. Daran werden wir arbeiten.

Sie sind die erste Frau an dieser Stelle – welchen Unterschied macht das?

Ich glaube, rein führungsmässig sollte das kein grosser Unterschied sein. Antonio Loprieno ist ein Rektor zum Anfassen, ich werde auch eine Rektorin sein zum Anfassen. Was bereits in den Medien zu lesen war: Die Universität Basel hat, indem sie eine Frau gewählt hat, ein Zeichen gesetzt. Das finde ich, unabhängig von meiner Person, sehr erfreulich.

Wo liegt für Sie die grösste Herausforderung?

Meine Kollegen haben mir noch nicht viel über künftige Herausforderungen gesagt, ich bin ja noch nicht im Amt. Was ich gehört habe und was mich sehr beunruhigt, sind die Schwierigkeiten mit Baselland. Das müssen wir unbedingt angehen. Ich möchte daran arbeiten, dass wir ein möglichst gutes Einvernehmen haben. Baselland ist ganz wichtig.

Die Uni Basel ist eine grosse Uni in einem sehr kleinen Kanton – welche Rolle soll die Uni in der Schweiz spielen?

Die Uni Basel spielt in der Schweiz schon eine ganz wichtige Rolle, und diese Rolle soll sie weiterhin spielen.

Welche Rolle spielt die europäische Zusammenarbeit? Wir sind ja hier am Dreiländereck …

Auch das ist wichtig, das ist ganz klar, wobei ich den Fokus immer über Europa hinaus legen werde. Europa ist ein interessanter Kontinent, ein alter Kontinent, aber man muss natürlich sagen, die Post geht in Asien und in Afrika ab. Wir werden auch da hinschauen.

In Afrika?

In Afrika, ja. Zum Beispiel in Ghana. Die haben da ein Wachstum von elf Prozent. Das ist mehr, als die Chinesen haben.

Wie definieren Sie den Erfolg in Ihrer Arbeit?

Als Erfolg betrachte ich es, wenn die Universität weiterhin stabile Finanzen hat, gute Forschungsarbeit leistet und unsere Studenten so ausbildet, dass sie nach dem Studium Erfolg haben auf dem Arbeitsmarkt.