Im Ackermannshof strömt ein neuer Duft durch die Küche: Der Duft von Tandoori chicken, Samosa und Reis an scharfen Gewürzen wird den Gästen künftig in die Nase steigen. Denn Jayesh Kumar hat das in Basel für edle Küche bekannte Restaurant, das bis Ende Jahr von Spitzenkoch Dominic Lambelet geführt wurde, übernommen. Jay ist kein Newcomer, sondern führte elf Jahre ein paar Häuser neben dem Ackermannshof das «Jay’s Indian Restaurant».

Die Veränderung, die in der St. Johanns-Vorstadt 21 Einzug hält, ist nicht klein. Jay und sein Team haben nicht nur kulinarisch einiges vor. So erzählt Christoph Schwegler, Verwaltungsrat der Restaurant Ackermannshof AG, die Druckereihalle beleben zu wollen. «Die Druckerei gehört zur Beiz. Nur wissen viele nicht, dass es die Halle gibt.» Schwegler strebt im musikalischen Bereich eine Erweiterung an, ist die Druckereihalle doch Heimat des Basler Kammerorchesters. «Ich würde gerne eine Szene im Singer-Songwriter- oder Jazz-Bereich aufbauen.»

English Breakfast auf der Karte

Kulinarisch erweitert Jay seine Menükarte. Er strebt an, am Sonntag English Breakfast anzubieten. Vorerst tut er dies jeweils am letzten im Monat. Damit die typischen Frühstückswürste und der Speck original daher kommen, arbeitet er mit einem Engländer zusammen, der diese im Welschland selber produziert.

Was seine Küche ausmache, sei die Arbeit mit frischer Ware aus der Region, betont Jay. «Meine Karte ist nicht gross, dafür bereite ich alles frisch und vor Ort vor.» Naan zum Beispiel, das Brot aus Süd- und Zentralasien, biete er nicht an, weil es ursprünglich aus Pakistan stamme.

Davor, dass ihm die Gäste fern bleiben, weil sich die Ackermannshof-Küche um 180 Grad ändert, hat Jay keine Angst. Zu seinem Publikum gehören zur Hälfte Expats, die in der Chemie arbeiten. Diese werden weiterhin zu ihm kommen. «Natürlich wird es Leute geben, die bedauern, dass der Ackermannshof eine andere Küche hat», ist Schwegler bewusst.

Für Jay sind die neuen Räume im Ackermannshof ein Glücksfall. Der bisherige Besitzer Lambelet fragte den Inder selber an, ob er übernehmen wolle. «Ich bin froh, dass wir jetzt einen Garten haben, den wir bewirtschaften können.» Im vorherigen Lokal habe er das nicht gehabt. Deswegen seien ihm die Gäste in den Sommermonaten fern geblieben. Das Preisgefüge bleibt im Ackermannshof nun so, wie dieses im «Jay’s Indian Restaurant» war. Also tiefer, als unter Lambelet. «So wird wohl die Hemmschwelle, das Restaurant zu betreten, bei einigen Gästen sinken», ist Christoph Schwegler überzeugt.

Santa Pasta zieht im alten Jay ein

Lambelet, der vor dem Ackermannshof im Gundeldinger- und Rollerhof gewirtet hatte, hängte die Kochlöffel Ende 2013 aus zeitlichen Gründen an den Nagel. Künftig wird er einen Gastro-Laden in einem Aussenquartier führen. Wie dieser genau aussieht, wird noch nicht kommuniziert. In Jays bisherige Beiz ziehen die Betreiber von Santa Pasta ein, die derzeit an der Rheingasse verkaufen.