Riehen

Im Bann der Kinderfasnacht

Wie die «Minions» im Bild hatten die Riehener Kinder Sujets und einheitliche Kostüme. Die einzelnen Formationen bildeten einen regelrechten Cortège. tobias gfeller

Wie die «Minions» im Bild hatten die Riehener Kinder Sujets und einheitliche Kostüme. Die einzelnen Formationen bildeten einen regelrechten Cortège. tobias gfeller

Eine Rekordzahl von rund 1800 Kindern nahm am Freitag am Kinderumzug teil.

«Alli Müsli, Leue und Hündli parat?», hiess es am Freitagmorgen im Riehener Sarasinpark. Punkt zehn Uhr hatte das nervöse Warten endlich ein Ende. Das stundenlange Falten, Kleben und Malen hat sich gelohnt. Riehen verwandelte sich eine unendliche Welt der Fantasie.

Ein Hauch von Cortège

Rund 1800 Kinder zogen vom Sarasinpark durch den Dorfkern zum Wettsteinpark. Kindergärten, Schulen und Kitas zauberten den Zuschauern am Strassenrand und an den Fenstern ein grosses Strahlen ins Gesicht. Der Kinderumzug wurde von Pfeiffern und Tambouren begleitet und schien in seiner Länge kein Ende zu nehmen.

Natürlich war wie immer die Tierwelt ganz hoch im Kurs der Kinder. Löwen, Hunde, Dinosaurier und ganz viele Pinguine. «Catch me if you can», forderten freche kleine Mäuse auf ihren Schildern. Die Aliens aus dem Schulhaus Niederholz wollten nur «nach Hause telefonieren». Die grösste Laterne trugen die Schulkinder des Primeli Burgi mit sich. Ihr einfaches, aber toll umgesetztes Sujet mit grossem Santiglaus: «Scheeni Wiehnacht». Zu spät oder weit vorausschauend? Als Bananen, Melonen, Birnen, Orangen und Karotten zog eine dritte Klasse aus dem Schulhaus Hinter Gärten durchs Dorf.

Stolze Eltern, Grosseltern und kleine Geschwister säumten die Strassen. Besonders im Webergässchen und in der Schmiedgasse standen die Zuschauer gleich in mehreren Reihen und sorgten so für eine Atmosphäre wie an einem richtigen Cortège.

Die Polizei sorgte für einen reibungslosen Ablauf, die Feuerwehr des Kindergartens Wendelinsgasse mit eigenem Fahrzeug wäre auch bei einem spontanen Brand zur Stelle gewesen.

Kein Dorf nur für Senioren

Hoch hinaus wollten die bunten Farbstifte, die Baslerstäbe und die rot-weiss gestreiften Leuchttürme. «Mir moole s’Dorf neu a», kündigte die sechste Klasse in Malergewänden des Schulhauses Erlensträsschen hochmutig an. Bei ihnen hat sich eine Menge Frust angesammelt, wie auf ihrem Zettel zu lesen war.

Dran glauben mussten der teuer neu gestaltete Dorfkern und dessen Gestalter. «Vierzig Joor hän mir’s verpennt. Dr Fähler hän mir jetzt erkennt. Fraget doch emol der Stauffenegger & dr Stutz.»

Riehen, ein Dorf nur für Senioren? Für die Sechstklässler scheint dies klar zu sein: «Bald git’s au e Rolatorrenne. Wo denn mol d’ Alte S’ Adrenalin verbrenne. Für die Alte wird alles idealisiert. Aber d’ Junge wärde isoliert. Kei Hallebad & au kei Kino gits. Das isch jo wohl e schlächte Witz.»

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