Verkehrssicherheit
Im Basler Strassenverkehr gab es im letzten Jahr weniger Verletzte

Die Zahl der Verkehrsunfälle sank im letzten Jahr um fünf Prozent. Zudem gab es über 20 Prozent weniger Verletzte. Die Kantonspolizei führt die Zahlen auf die Massnahmen für eine bessere Verkehrssicherheit zurück.

Hans-Martin Jermann
Merken
Drucken
Teilen
Veletzte im Basler Strassenverkehr.

Veletzte im Basler Strassenverkehr.

bz

Die Autolenker, Velofahrer und Fussgänger bewegen sich in Basel so sicher wie nie zuvor: Die Zahl der im Stadtkanton registrierten Verkehrsunfälle ist 2012 auf 898 gesunken. Besonders erfreulich: Der Abwärtstrend ist kontinuierlich, alleine seit 2003 hat sich die Zahl der Unfälle mehr als halbiert. Sowohl die Bagatellfälle mit Sachschäden als auch die gravierenderen Unfälle mit Verletzten haben in den letzten Jahren stark abgenommen. Bei den Schwerverletzten und Toten ist der Trend ebenfalls rückläufig, allerdings weniger ausgeprägt (siehe Diagramm). Dies geht aus der kantonalen Verkehrsunfallstatistik für 2012 hervor, die gestern veröffentlicht wurde.

Sicherheitspreis 2011 für Basel
Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Unfälle bei den schwächeren Verkehrsteilnehmern überproportional rückläufig sind: Die Zahl der Unfälle mit beteiligten Fahrrädern hat gegenüber 2011 um satte 31 Prozent abgenommen; gegenüber den Jahresdurchschnittswerten von 2009 bis 2011 sogar um 48 Prozent. Die Unfälle mit Fussgängerbeteiligung sind um 22 Prozent gesunken; 33,8 Prozent sind es im Vergleich zu den Durchschnittswerten 2009 bis 2011. Ein ähnliches Bild präsentiert sich bei den Mofas. Uneinheitlicher, wenn auch längerfristig abnehmend, präsentiert sich die Entwicklung der Unfälle bei den Autos und Lastwagen.

Mit dem Abwärtstrend steht Basel nicht alleine da; schweizweit bewegen sich die Unfallzahlen in eine ähnliche Richtung. Beim zuständigen Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) freut man sich über die Zahlen: Die grossen Anstrengungen des Kantons würden sich offenbar auszahlen, kommentiert JSD-Sprecher Martin Schütz. Dazu zählen Massnahmen wie Verkehrskontrollen und Repression, aber auch die Verkehrserziehung sowie bauliche Massnahmen.

Schütz verweist darauf, dass Basel 2011 mit dem Sicherheitspreis der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) ausgezeichnet worden sei. Die BFU begründete die Prämierung damals damit, dass es der Stadt gelungen sei, die Anzahl Unfallschwerpunkte - das sind Strassenabschnitte und Kreuzungen mit fünf und mehr Unfällen pro Jahr - innert weniger Jahre dramatisch zu reduzieren. Ausschlaggebend war nicht zuletzt die Schaffung eines Dienstes für Verkehrssicherheit bei der Basler Polizei, der als gut vernetztes Kompetenzzentrum operiert.

Mehr Unfälle unter Drogeneinfluss
Leider gibt es auch einzelne Ausreisser nach oben: So hat sich etwa die Anzahl der Unfälle, die unter Einfluss von Medikamenten und Drogen verursacht wurden, gegenüber 2011 von 22 auf 41 verdoppelt. Die Zunahme ist auch im langjährigen Mittel signifikant. Beim JSD hat man noch keine schlüssige Erklärung für die vielen Unfälle unter Drogeneinfluss. Auch sei unklar, ob mit den hohen Zahlen ein neuer Trend eingeläutet werde, sagt Martin Schütz. «Wir werden diese Tatsache im Auge behalten», verspricht er. Die Zahl der Unfälle, die unter Alkoholeinfluss verursacht wurden, sind indes stabil: 88 Unfälle im Jahr 2012 stehen 91 im 2011 und durchschnittlich 90 in den Jahren 2009 bis 2011 gegenüber.

Abgenommen hat in erster Linie die Zahl der Unfälle, bei denen sehr viel Alkohol (mehr als zwei Promille) im Spiel war.
Auffällig ist ferner, dass die Zahl der Unfälle auf der Autobahn auf Basler Boden 2012 mit 65 um fast ein Drittel zugenommen hat. Allerdings ist hier keine über Jahre steigende Tendenz erkennbar.