Auf der Tanzfläche im Sud stehen Putzeimer und Besen verteilt, Werkzeugkoffer sind griffbereit neben dem Haupteingang und ein Club-Mitarbeiter versucht ein Kabel-Wirrwarr auf einem Gerüst zu entflechten. Viel ist noch zu tun bis zur Party heute Abend, mit der das 1-Jahr-Jubiläum des Sud gefeiert wird.

Am 19. März 2011 wurde das Lokal Sudhaus am Burgweg, das Konkurs gegangen war, unter neuem Namen - eben Sud - wiedereröffnet. Seit damals ist Mich Gehri Programmverantwortlicher und setzt zusammen mit seinem Team ein neues Konzept um. Ein Konzept, das beim Publikum Anklang findet, wie er sagt.

Zuoberst auf der Konzept-Liste steht seit Beginn, älteres Publikum ins Sud zu locken. Das heisst: Leute ab 28 Jahren. «Das ist hoch, denn die meisten der Jungen gehen bis 25 Jahre regelmässig an Partys», sagt Gehri. Danach fehlen in Basel Ausgangsmöglichkeiten.

Sud hat keine Laufkundschaft

Ganz einfach, eben dieses Publikum ins Sud zu holen, ist es nicht, sagt der 33-Jährige, während er das erste Sud-Jahr Revue passiert. «Ab einem gewissen Alter verfolgen die Leute nicht mehr das Ausgangsprogramm.» Und Plakatieren in der Stadt dürfe man nicht. «Das Sud liegt nicht zentral, was bedeutet, dass wir keine Laufkundschaft haben. Sprich: Wir gewinnen Publikum durch Mund-zu-Mund-Propaganda.»

Gehri ist zufrieden mit dem bisherigen Resultat: «Wir haben nicht erwartet, dass es im ersten Jahr so gut läuft. Aber wir müssen in Sachen Gäste noch zulegen.» Ein zweiter Ansatz, älteres Publikum - auch über 60-Jährige - für sich zu gewinnen ist, dass Veranstaltungen früher als sonst, zum Beispiel bereits um 22 Uhr beginnen. Dies unter anderem, weil ältere Gäste oft wieder früher nach Hause wollen.

Die grösste Herausforderung, mit der Gehri im ersten Jahr kämpfen musste - und dies wohl noch lange muss, wie er betont - ist das Lärmproblem. «Das Sud steht in einem Wohnquartier. Wir müssen auf jeden Fall strikter vorgehen, wenn sich Leute vor der Türe laut unterhalten.» Es seien diesbezüglich aber Massnahmen gezogen worden. Die Musikboxen hängen und sind so eingestellt, dass die Bässe nicht mehr dröhnen. Zudem betreibt das Sud ein Fumoir.

Varieté-Abende vermehrt geplant

Früher war das Sudhaus mit seinen Partys durch und durch ein Eventlokal. Neben der Café Bar von Mittwoch bis Samstag ab 17 Uhr, den frischen Antipasti, die von Mittwoch bis Freitag ab 18 Uhr serviert werden und dem DonnerStage, an denen lokale, nationale aber auch internationale frische, junge Bands auftreten, möchte Gehri in Zukunft vermehrt Theateraufführungen und vor allem Varieté-Abende ins Leben rufen.

Ende Februar sorgte denn auch eine Burlesque-Show für regen positiven Gesprächsstoff. Aus diesem Erfolg resultiert der Sud-Programmleiter, öfter ein solcher Event, den es in der Schweiz so noch nicht gibt, auf die Beine zu stellen. «Wir wollen im Sud zum Mekka der Burlesque-Szene werden», lacht er.

Auf Besuch im Sud in den letzten Monaten war denn auch zweimal das Schweizer Fernsehen mit der Sendung Club (26.5.) und Stars Extra (1.1.). Das freut Mich Gehri: «Mein Ziel ist, das Sud ausserhalb von Basel bekannt zu machen.» Das sei auch bereits passiert. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass einige in Bern, Zürich und Luzern das Sud kennen.

Mich Gehri zieht nach den ersten zwölf Monaten eine positive Bilanz. «Es dauert etwa drei Jahre, bis man sich als Veranstalter finanziell im grünen Bereich bewegt», sagt Gehri.

1 Jahr Sud: Freitag, Burgweg 7, 21.45 Uhr King Automtic, 23 Uhr Signori Misteriosi