Sammlung
Im Euroairport entsteht ein Aviatik-Museum für die Region

Der Riehener Werner von Arx hat eine Passion für die Aviatik. Der ehemalihe Pilot sammelte über Jahrzehnte alles, was mit der Fliegerei zu tun hat. Seine Sammlung wird nun im Schweizer Teil des Euroairports ausgestellt.

Peter Schenk
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Die Sammlung von Arx in einem Hangar auf dem Euro-Airport.

Die Sammlung von Arx in einem Hangar auf dem Euro-Airport.

Zur Verfügung gestellt

Seit «50 bis 60 Jahren» sammelt der Riehener Werner von Arx alles, was mit der Fliegerei zu tun hat. Der gebürtige Solothurner war selber Pilot und wurde 1943 in der Schweizer Armee zum Flugzeugmechaniker ausgebildet. Im Schweizer Teil des Euro-Airports (EAP) ist seine Sammlung in einem 200 Quadratmeter grossen Hangar untergebracht, der allerdings nicht öffentlich zugänglich ist.

Es finden sich Flugzeuge wie ein Hängegleiter von 1925, ein Schulsegelflugzeug von 1934 oder ein Hunter der Patrouille Suisse von 1958 neben Miniaturflugzeugen, Fotos und Karten, Armaturen- und Instrumentbrettern, Propellern und vielem mehr.

Auch Archive von Balair

Seit anderthalb Jahren engagiert sich eine Arbeitsgruppe innerhalb des Conseil du développement du Pays de Saint-Louis, eine Art Begleitgremium, in dem Mitglieder der Zivilgesellschaft Zukunftspläne für das Südelsass schmieden, für die Schaffung eines neuen Aviatik-Museums. Standort soll der EAP und Grundstock die erwähnte Sammlung sein. «Wir wollen sie retten. Ins Museum sollen aber auch die Archive von Balair, Swissair und Crossair», sagte der südelsässische Politiker und Präsident des Conseil du développement André Weber gestern auf einer Medienkonferenz in Saint-Louis.

Sie fand anlässlich der Gründung eines Vereins statt, der die Förderung des Museumsprojekts zum Ziel hat und bereits 150 Mitglieder zählt. Ehrenpräsident ist der mittlerweile 90-jährige Werner von Arx, Präsident André Weber.

Im September soll auf Initiative des Schweizers Victor Bertschi ein Schweizer Pendant und später eine Stiftung gegründet werden, deren Ziel es ist, Gelder für das Vorhaben zu sammeln.

Wie teuer das Museum wird, konnte gestern niemand sagen. «Der Euro-Airport ist einverstanden, uns Gelände zur Verfügung zu stellen. Ausserdem haben wir für drei Jahre provisorische Gebäude. Das spätere Museum könnte zwischen 1000 und 4000 Quadratmeter gross sein», erklärte Vorstandsmitglied Claude Gasser. Mit dem Verein habe man jetzt eine Rechtsform, um auch Verträge abzuschliessen.

EAP-Geschichte thematisieren

Das Museum soll auch die Geschichte des EAP thematisieren. So hat Werner von Arx alte Pistenbaupläne von Birsfelden und Blotzheim gesammelt und einen Film über die Eröffnung des späteren Euro-Airports von 1946 digitalisieren lassen, der später zu sehen sein wird.

Weitere mögliche Themen für das Museum: die Geschichte der elsässischen Fluggesellschaft Alsavia, die allerdings nur wenige Jahre bestand und eine Flugzeugfabrik, die es laut Weber bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Mulhouse gab.

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