Schulkinder in den beiden Basel konnten sich bisher darauf verlassen: Wenn sie in die Sommerferien fahren, schwitzen Kinder fast überall sonst in der Schweiz noch in den Schulzimmern. Kommenden Sommer etwa haben nur gerade die Walliser und Tessiner früher Ferien. Diese Tradition freut auch die Eltern. Einerseits verstopfen weniger Fahrzeuge die Autobahnen, andererseits ist an mancher Feriendestination die Übernachtung noch günstiger, weil die Hochsaison erst Anfang Juli so richtig Schwung aufnimmt. Doch 2014 ist dieser Vorteil dahin. Beginnen die Sommerferien 2013 in Baselland und Basel-Stadt noch am 29. Juni, starten sie 2014 erst am 5. Juli.

Später Ferien wegen des Wetters

Dabei wäre gut auch der 28. Juni möglich gewesen, wie Hans Georg Signer gegenüber der bz bestätigt. Der Leiter Bildung des Basler Erziehungsdepartementes muss schmunzeln, als er mit der Hochsaison-Argumentation konfrontiert wird: «Beim Thema Schulferien gibt es so viele Auffassungen wie Betroffene. Dass frühere Sommerferien besser sein sollen, um zumindest teilweise noch in der Nebensaison buchen zu können, habe Signer von Eltern aber noch nie gehört. Die Hauptkritik, die er seit Jahren höre, ziele genau in die andere Richtung: «Viele Eltern bitten uns, die Sommerferien weiter nach hinten zu verschieben, weil im August oft besseres Wetter herrsche.»

Gesagt getan: 2014 hat der Basler Erziehungsrat in Absprache mit Baselland absichtlich das spätere Datum gewählt. Dieser Spielraum sei dabei nicht jedes Jahr vorhanden, wie Signer erklärt. Grundsätzlich würden jeweils der ganze Juli sowie zwei Augustwochen belegt. Nur wenn es darum gehe, zwischen einem Start Ende Juni oder Anfang Juli zu wählen, sei man frei. Auch 2015 habe man deshalb den 4. Juli dem 27. Juni vorgezogen, während 2016 (2. Juli) und 2017 (1. Juli) die Sache klar sei.

Eine Woche macht viel aus

Baselland hat vergangenes Jahr sogar eine Elternbefragung zum Thema Schulferien gemacht. «Doch dabei kam nichts Verwertbares raus», sagt Signer. In Basel-Stadt habe man die Befragung erst gar nicht durchgeführt. «Wenn ich frei wählen könnte, würde ich die Ferien eindeutig früher festsetzen», sagt dagegen Tobias Eggimann. Der Geschäftsführer von Baselland Tourismus ist selbst Vater von zwei Kindern und kennt das Problem nur zu gut. «Oft machen Hotelpreise - gerade auch im Ausland - Anfang Juli einen massiven Sprung. Das kann besonders für Familien teuer werden.» Das Wetter sei dagegen kaum vorherzusagen. Zudem würden im Ausland, etwa in den grossen deutschen Bundesländern, die Sommerferien auch erst spät beginnen. Eggimann: «Ob diese Touristen am Strand noch fehlen oder nicht, macht einen grossen Unterschied.»