«Wir sind eben die Einzigen, die es begriffen haben.» Natürlich, um einen Mangel an flotten Sprüchen muss man bei diesen Nachwuchspolitikern gewiss nicht besorgt sein. Mit ganz schön viel Selbstvertrauen steigen Balint Csontos und seine Mitstreitenden des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest in den Wahlkampf.

Selbstverständlich gemeinsam in Stadt und Land. Denn sie sind die Einzigen, die begriffen haben wollen, dass man nur gemeinsam gegen die Atomkraft, den Isolationismus und die populistische Angstmacherei in der Asylpolitik ankämpfen kann.

Ebenso selbstverständlich findet ihre gemeinsame Auftaktveranstaltung in einer ungewöhnlichen Aktion ihren Höhepunkt: In Bikini und Badehosen schwimmen die Jungpolitikerinnen und -politiker im Rhein einem gelben Atomfass hinterher, ganz nach dem Motto: «Atomkraft geht den Bach ab.» Dies an diesem trüben Mittwochabend bei sportlichen 20 Grad Wassertemperatur. Vom Einstieg unterhalb des Tinguely-Museums bis zur Mittleren Brücke dauert die Jagd. So viel körperlichen Einsatz hat in diesem Wahlkampf noch keine andere Partei geleistet.

Ziel sind mehr als 2 Prozent

Das Selbstvertrauen der jungen Öko-Partei kommt nicht von ungefähr. 2011 erzielte das Bündnis in Basel-Stadt mit rund 1,4 Prozent der Stimmen knapp hinter den Juso das zweitbeste Ergebnis einer jungen Liste. Mit knapp 1 Prozent liess die Baselbieter Liste die Jungsozialisten im Landkanton sogar hinter sich. Diesmal wollen sie dieses Resultat in Stadt und Land quasi verdoppeln und in beiden Basel über die 2-Prozent-Marke kommen.

Raffaela Hanauer kandidiert zwar in Basel bereits auf der Liste der Mutterpartei, übernimmt aber beim Wahlkampfauftakt als Jung-Mitglied die Rolle der Sprecherin: „Wir rechnen uns gute Chancen aus. Im Gegensatz zu 2011 treten wir mit einer kompletten 5er-Liste an.“  Ebenso ist die Liestaler Einwohnerrätin Anna Ott noch Mitglied des Jungen Bündnisses, aber bereits Kandidatin auf der Grünen Hauptliste: „Wir wollen auf viele Menschen zugehen und ihnen zeigen, dass wir wählbar sind. Gerade Junge in unserem Alter kümmern sich eher wenig um Wahlen.“

Beide sind nicht nur überzeugt, dass die Jungen Grünen ihr hohes Ziel erreichen werden, sondern auch, dass ihre Mutterparteien in Baselland die Wiederwahl vonSpitzenkandidatin Maya Graf schaffen, respektive in Basel-Stadt den 2011 verlorenen Sitz von Anita Lachenmeier zurückgewinnen werden. Auch dafür – die Unterstützung ihrer Mutterparteien - wollen sie einen intensiven Strassenwahlkampf mit vielen persönlichen Kontakten führen und haben erstmals ein Budget für Wahlplakate zusammengekratzt: 50 in der Stadt, 200 bis 300 in Baselland. 

«Die Wähler sind nicht dumm», ereifert sich Csontos, mit 20 Jahren bereits Gemeinderat in Ramlinsburg und zusammen mit der Basler Strafrichterin Michelle Lachenmeier prominentester Kandidat auf der Nachwuchsliste: "Bei uns wissen sie, dass wir uns 2011 nicht bloss ein grünes Mäntelchen umgehängt haben." 

Das wollen die Jungen Grünen mit ihrem Wahlprogramm unterstreichen: In ihrem "11-Punkte-Plan" macht die Energiewende 5 Punkte aus. Und sie stehen als eine der wenigen Parteien offen zu Punkt 11: dem EU-Beitritt.