Basel
Im Kampf gegen die Sex-Box: Elternkomitee richtet neue Hotline ein

Wie das Bundesgericht in Lausanne mitteilt, fehlt es bei der Frage der vorsorglichen Dispensation von Kindergärtlern und Primarschülern vom Sexualkundeunterricht an der Dringlichkeit. Das Elternkomitee hat reagiert und eine Melde-Hotline eingerichtet

Adrian Gottwald
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Keystone

Als bekannt wurde, dass der Sexualkundeunterricht im Kanton Basel-Stadt mit Hilfe eines speziell für Kinder geschaffenen Koffers stattfinden soll, reagierten einige Eltern gereizt und mit Unverständnis.

Sie gründeten ein Elternkomitee, das sich dem Kampf gegen die «Sexualisierung » der Kindergärten und Primarschulen widmet. «Der Sexualkundeunterricht sollte in diesem Alter noch kein Thema sein », argumentiert das Komitee auf seiner Homepage. Der Koffer erhielt darauf vom Komitee den unmissverständlichen Namen «Sex-Box» und sorgte für ein grosses Medieninteresse (die bz berichtete).

Bundesgericht hat entschieden

Immer wieder sind darauf Fälle an die Öffentlichkeit gedrungen, bei denen Eltern versucht haben, ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht zu dispensieren.

Da diese Gesuche von allen Instanzen zurückgewiesen wurden, kam es am 29. Februar zum Entscheid des Bundesgerichts. Die Anträge wurden abgelehnt, mit der Begründung, dass dieser Unterricht bis jetzt noch nicht stattgefunden habe.

Neue Hotline

Das Elternkomitee hat nun reagiert und eine Hotline eingerichtet. Darauf sollen sich Eltern melden können, die Sexualkundeunterricht im Kindergarten oder in der Unterstufe feststellen.

Das Komitee erhofft sich dadurch bessere Chancen, doch noch vorsorgliche Dispensationen für ihre Kinder zu erhalten.

Gemäss Benny Spühler, Sprecher des Komitees, wird die Hotline zu Bürozeiten betrieben, danach aber auf ein Mobiltelefon umgeschaltet. «Wir wollen nicht tausende Anrufe, sondern 20-30 konkrete Hinweise, die wir bei unseren Bemühungen als Zeugnaussage gebrauchen können», so Spühler gegenüber der bz.