«Wenn chunnt är ändlig?» Die Kinder können es kaum erwarten. Sie stehen alle auf dem Matthäusplatz in einem Kreis, der aber eher an einen Bienenstock erinnert. Einige schreien aufgeregt herum, andere stehen eher etwas ängstlich in der Gegend herum. Nach einer gefühlten Ewigkeit, einige Kinder mögen gar nicht mehr stehen, kommen dann die Ueli angerannt. Schon von weitem hört man sie mit ihren Kässeli rasseln. «Aber wo isch dr Bär?» Der lässt nicht lange auf sich warten. Begleitet von etwa 20 Kindern, die bunte Fähnchen tragen, drei Polizisten und einer Clique kommt das grosse Wesen angerannt. Vereinzelt fangen Kleine an zu weinen, die Figur ist ein wenig furchteinflössend.

Der Kinderchor Kolibri singt der Bärin ein Ständchen zum 20. Jubiläum

Der Kinderchor Kolibri singt der Bärin ein Ständchen zum 20. Jubiläum

Die meisten freuen sich aber. Einige Mutige strecken sogar ihre Hand aus, um das Fell des Bären zu streicheln. Obwohl, der Bär ist eigentlich eine Bärin. Denn der Bärentag im Kleinbasel ist für alle jene da, die beim Vogel Gryff nicht mitmischen dürfen. Menschen, die nicht unbedingt «einen roten Pass mit Schweizerkreuz» besitzen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Der erste Bärentag fand am 12. Januar 1999 statt. Eine diskriminierende Meisterrede am Vogel Gryff brachte das Fass zum Überlaufen. Sie gründeten die Gesellschaft «Zum Bären» und organisierten den Bärentag. Obwohl dieser zunächst als Totgeburt abgestempelt wurde, zog der Bär am Freitag zum 20. Mal durch die Stadt. Um 14 Uhr versammelten sich viele Kinder, Frauen und Männer.

Die Bläsikinder tanzen mit der Bärin

Die Bläsikinder tanzen mit der Bärin

Auch einige Promis waren vor Ort: Gegen 16 Uhr traf sich die Gruppe beim Quartierzentrum Erlenmatt, wo der Bär dann auf Rapper Black Tiger traf. Zum Geburtstag gibt es ein Bilderbuch, das die Geschichte des Kleinbasler Bären erzählt und auch das multikulturelle Kleinbasel zeigen soll. «Der Bär ist los!», heisst das Stück. Und das sangen auch die vielen Kinder auf dem Matthäusplatz. Natürlich wurde auch «Happy Birthday» in allen möglichen Sprachen aufgeführt.

Besonders begeistert waren die Kinder dann, als es für alle warmen Tee und vor allem Geburtstagskuchen gab.

Der Bäredräck, der ausserdem verteilt wurde, kam bei den meisten dagegen nicht so gut an. 

Der Kinderchor Kolibri singt den Bärenblues

Der Kinderchor Kolibri singt den Bärenblues