Seit über 20 Jahren wird im Warteck am Burgweg kein Bier mehr gebraut. Stattdessen gärt hier Kultur im permanenten Provisorium (pp). Vor einem Jahr baute der Verein Warteck pp das Malzsilo der Brauerei zu Ateliers um. Martin Thüring vom Vereinsvorstand führte am Sonntag die Besucher über die spektakuläre Aussentreppe durch die Stöcke der ursprünglich neun Silos, deren Zwischenwände beim Umbau herausgerissen wurden.

Das ehemalige Malzsilo wird vielfältig genutzt: Die prämierte Filmerin Anna Thommen arbeitet hier an ihrem neuen Projekt und teilt sich das Atelier mit zwei Fotografinnen und einer Designerin. Der «Nachthafen» beherbergt gastierende Performance-Künstler. Im Textilatelier realisiert Franziska Osolin in einem Workflow von der Kamera über die Bildbearbeitung bis zur Strickmaschine ihre Aufträge, und Franziska Bucher kreiert Kinderkleider sowie Kinderaccessoires aus biologisch gewonnenen Rohstoffen. Andres Wanner hat im Grafikatelier, wo auch mal Roboter zeichnen, noch den Blick auf die Decke mit den Überresten der Silowände. Ganz im Keller wartet Felix Erzinger von «Room Escape» vor einem fensterlosen Raum auf ein Team, das sich freiwillig hat einschliessen lassen und nun Rätsel lösen muss, um wieder freizukommen.

Zum Gebräu des Werkraums Warteck gehören Musik, Theater, Tanz, Yoga, Handwerksbetriebe und nicht zuletzt das Restaurant Don Camillo, das Sudhaus mit Bar und Disco, die Kulturbeiz 113 und das Turmstübli mit seiner sensationellen Aussicht.

Visuelle Eindrücke von den umgenutzten Räumlichkeiten gewinnen Sie in der Bildergalerie oben.