Basel

Im Margarethenpark sorgen renitente Hundehalter für Ärger

Das Hundeverbot ist am Park-Eingang klar ausgeschildert.

Das Hundeverbot ist am Park-Eingang klar ausgeschildert.

Bei der Quartierkoordination Gundeldingen häufen sich die Hinweise aufgebrachter Anwohner über missachtete Hundeverbote. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Einige Unerschrockene setzen sich an diesem frühsommerlichen Sonntagnachmittag mit ihren Vierbeinern über das Hundeverbot hinweg, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Dies an allen drei Eingängen zum Park, an denen die Zone, auf der sich keine Hunde befinden dürften, unübersehbar gekennzeichnet ist.

Als wir unterhalb der Sternwarte auf den Höhenweg in Richtung Park einbiegen, sprechen wir einen Hundebesitzer darauf an. Dieser lässt soeben seinen Hund sichtlich gelassen von der Leine – trotz Hundeverbot und dem Leinenzwang, der auch auf Binninger Boden gilt. Die Restriktion sei unverhältnismässig, meint er und berichtet von Begegnungen mit Parkbesuchern, die sich statt bei ihm bei seiner tierischen Begleitung über die fehlende Konsequenz seines Herrchens beschwerten. Die Konfrontationen hätten während des Lockdowns zugenommen, da mehr Spaziergänger die Ungestörtheit auf den Wanderwegen nutzten, was die Auseinandersetzung mit dem Thema unnötig verschärfe.

«Bedauerlich», findet die Geschäftsstellenleiterin der Quartierkoordination Gundeldingen, Gabriele Frank, die uneinsichtige Haltung, die auch ihr schon öfters entgegengebracht worden sei, als sie freundlich auf das Verbot hingewiesen habe. Das eigene Interesse einiger Hundebesitzer werde dabei über das Gemeinwohl gestellt. Hundekot sei zudem infektiös und besonders nicht auf den Grünflächen erwünscht.

Auf diesen sind bei unserem Besuch im Park keine Vierbeiner anzutreffen, und auch keiner der befragten Picknickenden berichtet von störenden Vorfällen. Der Park werde von den Hundebesitzern vermehrt und vordergründig als Durchgang genutzt, berichtet Frank: «Diejenigen, die sich nicht ans Verbot halten, schaden der Idee des Hundeparks.» Dass dieser angedacht werde, sei bereits ein Zeichen, dass dem Bedürfnis von Hundehaltern aus dem Quartier nachgegangen werde. Schliesslich sei es eine Interessenabwägung.

Die jüngsten Entwicklungen würden im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Sensibilität, welche die Anwohner für die Realisierung des Hundeparks aufbringen, schwinde, meint Frank. Es sei nicht weiter beschwerlich, vom Gundeli auf eine freie Fläche zu kommen. Dabei könne der Park durchaus umgangen werden.

Sachbeschädigung und aggressive Konter

Der Ton wird schärfer: «Einwände werden ignoriert oder aggressiv gekontert», berichtet Gabriele Frank. Sie selber nutzt den Park für Spaziergänge mit Waldcharakter. Sie berichtet uns von einem mutwillig zerstörten Hundeverbotsschild, das von der Stadtgärtnerei ersetzt werden musste.

Bei der Behörde bringt man diese Sachbeschädigung in keinen erwiesenen Zusammenhang mit der jüngsten Häufung von Konflikten, sagt der Fachbereichsleiter der Basler Stadtgärtnerei Thomas Gerspach auf Anfrage der bz. Auch seien bei der Stadtgärtnerei in letzter Zeit keine Beschwerden diesbezüglich eingegangen.

Man nehme die Problematik um das Hundeverbot jedoch ernst und sei gerade im Hinblick auf eine geplante Hundefreilaufzone auf einen umsichtigen Umgang mit dem Thema bedacht. Die Abklärungen seien auch so schon genug anspruchsvoll, betont Gerspach und fügt an: «Auf einem Waldgebiet sind Einzäunungen für ein Hundefreilaufareal nicht erlaubt.»

Vielen sei nicht bewusst, dass sie sich in einer Zone für Wald befänden, betont Gerspach. Eine bestimmtere Beschilderung müsste gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.

Auch die beiden Hundehalter, denen wir auf dem Weg in Richtung Grünfläche begegnen, nehmen unseren Hinweis verlegen zur Kenntnis. Die beiden führen ihre Vierbeiner an der Leine und sehen besonders im freien Laufenlassen der Hunde ein Problem. «Gerade bei Kindern kann dies zu prekären Situationen führen», betont ein Hundehalter, der anonym bleiben möchte. Seine Einsicht ist kein Einzelfall, auch Frank sei schon von Hündelern kontaktiert worden, die viel Verständnis aufbringen – und sich genau das von anderen Gleichgesinnten wünschen.

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