Die Basler Fasnacht könnte bald Unesco Weltkulturerbe werden. Das ist sehr wahrscheinlich. Denn der Stolz vieler Basler ist auch ein markantes Kulturgut der Schweiz. Doch der Brauch kann bei Aussenstehenden auch mal für Befremden sorgen. Seit über zwanzig Jahren setzt sich der Verein Basler Fasnachts-Welt deshalb ein, dass dem Kulturgut ein eigenes Museum gewidmet wird. Das Bemühen gründet auch im Wunsch, den speziellen Charakter der Fasnacht für Aussenstehende verständlicher zu machen.

Heute wird eine Ausstellung über die Basler Fasnacht im Museum der Kulturen (MKB) wiederbelebt. «In einer Zeit, in der noch immer Leute die Fasnacht als Basler ‹Sauglatismus› abtun», sagt der Vereinspräsident Dominique Mollet. Die Ausstellung besteht bereits seit zehn Jahren. Mit ihren kleinen Räumen und tiefen Decken gleicht sie einer Wohnung. Seit dem Umbau des Museums konnte man die Räume nur noch auf Anfrage besichtigen. Ab heute können die Besucher die fasnächtlichen Objekte wieder öfters betrachten.

Ermöglich wurde die Wiedereröffnung der Ausstellung durch eine Kooperation des MKB und des Vereins Basler Fasnachts-Welt. Damit erhält der Verein kein eigenes Museum, doch auch mit der thematischen Wohnung zeigt man sich zufrieden. «Es ist wichtig, dass das Kulturgut Fasnacht so erhalten wird, wie es nur ein Museum kann. Ein eigenes Museum zu betreiben, wäre ein riesiger Aufwand», sagt Mollet.

Kondensat aus viel Geschichte

Die «Fasnachts-Wohnung» befindet sich etwas versteckt im historischen Museumskomplex. Laternen-Fragmente begrüssen die Besucher im Gang. Darunter ist auch eines der ältesten Exemplare aus dem Jahr 1878. Im ersten Raum zeigen alte Bildstrecken, wie sehr sich die Fasnacht mit den Jahren verändert hat. Anschaulich sind auch die zwei aufwendigen Installationen, die sozusagen direkten Einblick in die Fasnachtswelt gewähren. Die erste nachgestellte Szene zeigt das traditionelle Handwerk in einem Larvenatelier. Der Blick in einen Themenraum lässt zudem erahnen, wie es an einem späten Montagabend in einer Fasnachtsbeiz zu und her geht: nicht immer ganz nüchtern.

Vor der Wiedereröffnung wurde die bestehende Ausstellung einer sanften Revision unterzogen. Um Objekte und Infrastruktur kümmert sich das Museum. Für die Aufsicht ist der Verein zuständig. Dieser rekrutiert deshalb gegen fünfzig freiwillige Aufsichtspersonen. Darunter auch viele aktive Fasnächtler, die Fragen mit persönlichen Erfahrungen beantworten können.

Auch Museumsdirektorin Anna Schmid freut sich über die Wiederauferstehung dieser Fasnachts-Ausstellung, relativiert aber auch: «Eine Tradition wie die Basler Fasnacht kann man – wenn überhaupt – in einem Kondensat präsentieren. Die Vorstellung, man könne sie umfassend darstellen, ist eine Utopie.» So werden auch nur etwa sieben Prozent des ganzen Fundus an Fasnachtsobjekten ausgestellt.

Doch wer sich nach dem Fasnachtscharme sehnt, findet auch diesen im MKB ein bisschen wieder. Und für Fasnachtslaien gewährt die Ausstellung den Einblick in eine einzigartige Tradition mit spannendem Hintergrundwissen.

Tag der offenen Tür

Die Ausstellung «Basler Fasnacht» ist jeweils Donnerstag bis Sonntag zugänglich. Am Samstag, 15. November, ist sie für alle ab 13 Uhr kostenlos.

Museum der Kulturen, Münsterplatz 20