Die Basler Fasnacht kann man nun per Touchscreen kennenlernen. Filme, Bilder, Klänge, aber auch Dokumente lassen sich so abrufen und erklären so dem Neugierigen das Basler Brauchtum. Möglich macht es die Ausstellung «Basler Fasnacht» im Museum der Kulturen. Diese gibt es schon seit 2004 und besteht dank der Kooperation mit dem Verein Basler Fasnachts-Welt. Sie präsentiert in mehreren Räumen einen Einblick in die Geschichte der modernen Fasnacht, wie sie in den vergangenen 100 Jahren gewachsen ist. Und zwar in Form einer Fasnachtswohnung, deren Räume thematisch gegliedert sind.

Neu sind jetzt die Informationen multimedial aufbereitet. Beispielsweise das Video, mit dem sich die Basler um Aufnahme der Fasnacht in das Register des Unesco-Weltkulturerbes bewerben. Dazu Bilderstrecken, eingeteilt in die verschiedenen Fasnachtskategorien: Cliquen, Guggen, Blaggedde, Kinderfasnacht, Cortège, Schnitzelbängg und Ladäärne. In illustrierten Fasnachtsprogrammen ab dem Jahr 1835 sind 40 Züge illustriert: «Ein Leckerbissen», wie sich die Verantwortlichen ausdrücken. Um auch die Besucher aus dem Ausland mit Informationen zu bedienen, sind Untertitel zu den Videos auf Französisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Die Finanzierung wurde durch die Verleihung des Humorpreises im Wert von 10 000 Franken der Walter Pfister-Stiftung an den Verein Basler Fasnachts-Welt mitfinanziert. Mitverantwortlich für das Projekt ist Dominik Wunderlin, stellvertretender Direktor des Museums der Kulturen. Im Interview mit der bz zieht er Bilanz:

Ihre letzte Arbeit als Kurator ist eine Medienstation. Was bedeutet das?

Dominik Wunderlin: Für mich war dies eine sehr schöne Arbeit. Ein geglückter, abgerundeter Abgang mit einer interaktiven multimedialen Einrichtung. Die Auseinandersetzung mit der Fasnacht hat sich mir erst in den späten 90er Jahren ergeben. Nun sind es aber schon gut 20 Jahre, in denen mich das Thema immer wieder begleitet. Ich habe nun aber auch schon vier externe Fasnachtausstellungen geleitet, was mir immer grossen Spass gemacht hat. Ich werde mich weiterhin mit der Fasnacht befassen.

Was war Ihre Lieblingsausstellung während Ihrer Zeit als Kurator?

Eine schwierige Frage. Natürlich klebt an jeder Ausstellung ein Stück Herzblut. Jede Ausstellung ist für sich aus einem anderen Grund wichtig. Die «Preziosen der Handwerkskunst»-Ausstellung vor etwa 15 Jahren war ästhetisch sehr toll. Es war als Projekt gedacht, um zu zeigen, dass das Handwerk immer eine grosse Rolle spielt und gespielt hat. Meine Hoffnung und Erwartung an diese Ausstellung war, zeigen zu können, dass das Handwerk auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle einnimmt.

Hören Sie wegen der Pensionierung auf? Sind Sie vielleicht auch ein bisschen froh, aufzuhören?

Ich höre ein wenig vorzeitig auf. Und ja, ich freue mich darauf, freier mit meiner Zeit umgehen zu können. Diese will ich vor allem in Reisen investieren, die ich mit einem grösseren Zeitraum antreten will und nun auch kann. Meine Zeit im Museum als Kurator war eine sehr tolle Zeit. Arbeitsaufwändig doch hat sie mich stets erfüllt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, der Arbeit als Kurator nachzugehen?

Von meinem Studium her war es eine der Möglichkeiten als Kurator tätig zu werden. Ich habe Volkskunde, Geschichte und Geografie studiert. Ich hatte eine Hilfsassistenz hier im Museum und habe dabei gelernt zu recherchieren und wie man mit Objekten umgeht. Ich habe vor meiner Stelle hier auch die journalistische Tätigkeit ausprobiert. Ich hatte ein Angebot für das Radio und war pressetechnisch tätig. Die Stelle als Kurator im Museum der Kulturen hat jedoch regelrecht nach mir gewinkt und so habe ich mich dafür beworben. Bei dieser Stelle musste ich meine Begeisterung für die publizistische Arbeit nicht gänzlich aufgeben, da dies hier in bestimmten Formen auch möglich war.