Ozeanium
«Im Ozeanium werden mehr Tiere leben, als im Zolli»

Bis 2019 soll es stehen: das Basler Ozeanium. Dann werden im Grossaquarium unter anderen Haie, Rochen und Riesenkraken zu bewundern sein. Aber auch ein natürliches Korallenriff – in einem Aquarium eine Seltenheit – soll Besucher anlocken.

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Im Ozeanium können die Besucher, wenn das Gebäude dann steht, bis zu zehn Haie beobachten.

Im Ozeanium können die Besucher, wenn das Gebäude dann steht, bis zu zehn Haie beobachten.

Haie schwimmen vorbei, Rochen gleiten einem elegant über den Kopf, Riesenkraken schweben über den Meeresboden. Bilder, die man auf einem Tauchgang in der Karibik erwarten würde. Nun aber geht das auch trockenen Fusses in Basel. Auf der Heuwaage entsteht, wenn alles nach Plan läuft, bis 2019 das Ozeanium - ein Grossaquarium direkt neben dem Zolli. Die Besucher begeben sich entlang den Aquarien auf eine Reise vom Rhein, via Nordsee, Atlantik, Antarktis und Pazifik einmal um die Erde. Das Aquarium soll den Besuchern die bedrohten Lebensräume zeigen und sie sensibilisieren. Es soll ein Zentrum für Erholung, Bildung, Naturschutz und Forschung werden.

Projekte für 80 Millionen Franken

Von Februar bis Oktober hatten die am Wettbewerb teilnehmenden Architekten Zeit, ihren Ozeanium-Vorschlag einzureichen. Als Nächstes wird nun das Vorprojekt von «Seacliff» als Basis für einen Bebauungsplan erstellt, der im Grossen Rat zur Abstimmung gelangt. Voraussichtlich werde der Zolli 2016 mit dem Bau des Ozeaniums beginnen, sagt Projektleiter Thomas Jermann. «Wenn alles optimal läuft, steht der Bau 2019.» Zolli-Direktor Olivier Pagan ergänzt: «Für die Erstellung des energieeffizienten Gebäudes einschliesslich seiner Betriebseinrichtungen rechnen wir mit einem Investitionsrahmen von 60 bis 80 Millionen Franken.» (mum)
Alle Projekte werden vom 8. bis 16.12.
in der Messehalle 3 ausgestellt.

Den Traum gibt es schon lange, den Plan auch - gestern wurde das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs vorgestellt. 55 nationale und internationale Architekten-Teams haben sich um die Herausforderung beworben, 15 schafften den Sprung in die zweite Runde. Die Goldmedaille holte das Projekt mit dem Namen «Seacliff» und stammt von Boltshauser Architekten aus Zürich. «Seacliff» habe die Jury vor allem wegen der Zurückhaltung in der Architektur und dem kompakten oberirdischen Bauvolumen überzeugt, erklärt Kantonsbaumeister Fritz Schumacher.

Bullaugen führen Blick ins Innere

Das monolithartige Gebäude - es erscheint wie ein Stein aus einem Guss - hat eine grosse unterirdische Fläche. Auf der Stadtebene sind die Eingänge ins Ozeanium sowie zur Bar, auf der Höhe des Gebäudekranzes sind durch Bullaugen die Unterwasser-Landschaften zu erkennen.

Der Weg durch das Ozeanium beginnt für die Besucher im zweiten Untergeschoss mit grossen und kleinen Aquarien, leuchtenden Säulen und Zylinder, durch die Tageslicht scheint. In das dritte Untergeschoss gelangt man über eine Rampe und via Unterwassertunnel durch ein Mangrovenbecken. Dort wartet der Höhepunkt mit dem riesigen Aquarium der Raubfische und erlaubt mit dem arenenartigen Raum ein längeres Verweilen und Beobachten. Danach gehts hoch in den fünften Stock, im Dachgeschoss vergnügen sich Pinguine und Seeotter.

Fünf bis zehn Haie

Im Ozeanium werden mehr Tiere leben, als es dies bisher im Zolli tun, weiss Thomas Jermann, Projektleiter und Kurator des Vivariums. Der Transport der Fische nach Basel passiere nicht auf schädliche Art. «Wir haben Kontakt mit Fischhändlern, die am Meer leben. Diesen sagen wir genau, wie viele Fische wir gerne pro Art hätten und die Taucher holen genauso viele aus dem Wasser. Es wird nichts kaputt gehen.»

Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht
14 Bilder
Das Ziel der Projektträger des Basler Zoo ist klar: Es wird ein Zentrum für Umweltbildung entstehen, welches ein markantes Zeichen setzt für Naturschutz und Nachhaltigkeit. Eingang
Der Zoo Basel wird die Finanzierung und den Betrieb ohne jede behördliche Unterstützung sicherstellen. Quallen-Aquarium
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..Haie, Seeotter und ein spektakulärer Riesenoctopus werden alle Platz finden. Offener Ozean Aquarium
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Das Ozeanium wird so wenig Energie, wie nur möglich, verbrauchen; alle Ressourcen werden mehrfach genutzt. Längsschnitt
Neben Solaranlagen und der Abwärme von Pumpen wird auch die Abwärme der Besucher rezykliert. Querschnitt
Die Erstellungskosten werden knapp über 100 Millionen Franken betragen. Querschnitt
Das Geld soll vor allem über Spenden zusammenkommen. Querschnitt

Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht

Zur Verfügung gestellt

Jermann kann die jeweilige Anzahl pro Tierart nicht nennen. Bei den Haien werden es wohl zwischen fünf und zehn sein. Mit den Korallenriffen, die im Ozeanium angelegt werden, verhält es sich gleich wie mit den Fischen. Ein grosser Teil der Riffe werde gar im Ozeanium gezüchtet. Und: «Wir brauchen für das Aquarium nur so viel Wasser, wie zehn Personen zusammen an einem Tag.»

Neben den Fischen, die in weiter Ferne leben, sollen im Ozeanium auch Tiere des Rheins und anderer Gewässer der Region Basel eine wichtige Rolle spielen. Lachse und Aale zum Beispiel, denn auch diese sind mit dem Ozean verbunden, mündet der Rhein doch auch ins Meer, führt Jermann aus.