Riehen
Im Spielzeugmuseum kann jeder interaktiv in die Welt der Games eintauchen

Die interaktive Sonderausstellung «Press Start To Play» im Spielzeugmuseum Riehen bietet einen tiefen Einblick in die Geschichte der Computergames. Vom Commodore 64 bis zu Playstation Move kann man dort selbst in die Gamewelt eintauchen.

Tobias Gfeller
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Mimicry
Eintauchen in die Welt der Computergames

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M.E.G.A.

«Press Start To Play» lautet das Motto der Sonderausstellung im Spielzeugmuseum Riehen. Jeder, der schon einmal einen Controller, einen Joystick oder schon nur eine Tastatur zum Spielen vor sich hatte, kennt diese Aufforderung bestens. «So lautete jeweils die Anweisung bei den alten Spielautomaten und den damaligen Konsolen, damit man den Startknopf drückt», erklärt der Basler Dominik Marosi, Kurator der Sonderausstellung.

Einblick in die bizarrsten Sachen

Die Ausstellung ist zwar flächenmässig klein, doch lässt sie ein komplettes Eintauchen in die Geschichte des elektronischen Spielens zu. Draussen im Hof beginnt es aber topmodern. Auf einem rund 15 Quadratmeter grossen Kunstrasen gilt es, mit Mikrofon-ähnlichen Controllern - den Play Station Move Controllern - Bewegungen so zu steuern, dass sie dem Rhythmus der laufenden Musik entsprechen.

Wer sich zu schnell bewegt, fliegt raus. Bis zu sieben Spieler können sich gemeinsam über den Platz tricksen. «Dieses Spiel gibt es erst in der Testversion», verrät Marosi mit Stolz. Und wer einmal damit angefangen hat, möchte am liebsten gar nicht mehr aufhören.

20 Games lassen sich spielen

Es ist die Lust am Spielen, am Eintauchen in die Vergangenheit, die die Besucher mit Bestimmtheit lange im Museum verweilen lassen. Von den gesamthaft 26 Exponaten kann man bei zwanzig aktiv mitspielen. «Es soll eine Ausstellung sein, die man sich selber erspielen kann», sagt Dominik Marosi, der mit seinem Team einige Schätze der Game-Geschichte aufgetrieben hat. So gab es einmal zwei Jump and Run-Games, die sich mit Bongo-Trommeln und Rasseln steuern liessen. «Wir geben Einblicke in die bizarrsten Sachen», lacht Marosi.

Doch neben diesen Spezialfällen und Spielen, die für die Game-Geschichte Meilensteine darstellten, aber kommerziell nie ganz den Durchbruch schafften, gibt es in der Ausstellung auch Spiele, die legendär sind und Kultstatus geniessen. Natürlich dürfen dabei verschiedene Varianten der Super-Mario-Spiele und die Winter- und Summergames nicht fehlen.

Mit dem Commodore 64, der ersten Nintendo-Konsole und natürlich der ersten Play Station macht man auch hinsichtlich Spieleverwerter einen Gang in die Geschichte. Ganz weit zurück geht's mit dem Spiel «Tennis for Two» von 1958 als erstes elektronisches Spiel überhaupt und der «Magnavox Odyssey» als erste kommerzielle Heim-Videokonsole von 1974. Diese entstanden beide aus der Forschung des US-Militärs und schafften es eher als Nebenprodukte von unter anderem Atomwaffen in die Welt der Spiele.

Begleitprogramm zur Ausstellung

In der Sonderausstellung gibt es bei jedem Spiel und in den verschiedenen Räumen längere Erklärungen zu verschiedenen Themen. «Wir behandeln beispielsweise Kollaborationen von Spielern, Genderaspekte und natürlich diverse historische Punkte», beschreibt Marosi.

Auch der gesellschaftliche und kulturelle Wert der Videospiele wird beleuchtet. Während den neun Monaten werden Workshops, Diskussionen und ein interaktives Theaterstück als Begleitprogramm angeboten.

«Press Start To Play»: Spielzeugmuseum Riehen, 25.5.2013-23.2.2014, 11-17 Uhr, Dienstag geschlossen.