Das Justiz- und Sicherheitsdepartementund der FC Basel wollten mit der versuchsweisen Lockerung der Alkoholregeln vor knapp einem Jahr die Situation rund ums Stadion entspannen. Bei fast allen nationalen Fussballspielen durften seither alkoholische Getränke ohne Beschränkung der Volumenprozente verkauft werden.

Mit einer von Kanton und FCB finanzierten wissenschaftlichen Begleitung wurde das Institut für Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) beauftragt. Dieses beobachtete das Publikumsverhalten und die Entwicklung von Gewalt- und anderen Ereignissen rund ums Stadion.

Keine negative Auswirkung auf Sicherheit

Die Experten seien nun zum Schluss gekommen, dass sich die gelockerte Alkoholregelung nicht negativ auf die Sicherheitslage rund um die Fussballspiele ausgewirkt habe, heisst es in der Mitteilung. Befragt wurden unter anderem Besucher, Polizei, Rettungskräfte oder Mitarbeitende bei Tram und Bus.

Auch die Kantonspolizei selbst habe zudem während der Versuchsphase keine Zunahme alkoholbedingter Zwischenfälle festgestellt, heisst es weiter. Aufgrund dieser Erkenntnisse soll die Regelung nun auf Anfang 2015 definitiv werden und in die geltende Sicherheitsvereinbarung mit dem FCB von 2010 aufgenommen werden.

Damit bleibt für alle Fussballspiele mit Ausnahme der Hochrisiko-Spiele die frühere Beschränkung des Alkoholgehalts von Getränken aufgehoben. Bei Hochrisiko-Spielen gilt dagegen ein absolutes Alkoholverkaufsverbot, und zwar auch im Umfeld des Stadions; ausgenommen ist der VIP-Bereich.

Verschärfung bei Hochrisiko-Spielen

Bis zur versuchsweisen Lockerung waren bei nationalen Fussballspielen lediglich Getränke mit weniger als drei Prozent Alkohol - sogenanntes Leichtbier - erlaubt gewesen. Tausende von Matchbesuchern tranken daher bis kurz vor Spielbeginn "normales" Bier vor dem Stadion. Das erschwerte indes die Eingangskontrollen.

Die Lockerung der Regeln war deshalb als "weiterer Schritt zur generellen Normalisierung" gedacht, wie es damals hiess, zumal die Gewalt bei Fussballanlässen in den vier Jahren zuvor insgesamt gesunken war. Schon damals verschärft wurde aber die Regelung bei Hochrisikospielen, indem das Alkoholverbot aufs Stadionumfeld ausgeweitet wurde.

Als Hochrisiko-Spiel stuft die Polizei indes nur ganz wenige Spiele ein; 2014 war dies einzig das Länderspiel Schweiz-England. Alle Verkaufsstellen rund ums Stadion hatten sich gegenüber der Polizei bereit erklärt, das Alkoholverkaufsverbot umzusetzen. Am Länderspiel vom 8. September sei denn auch dieser Teil des Versuchs problemlos verlaufen, heisst es in der Mitteilung.