Etliche Jahre war das Restaurant im fünften Stock des binationalen Euro-Airport (EAP) eine Art Geheimtipp, um preiswert und gut essen zu gehen und dabei noch eine Prise Flughafenluft zu schnuppern. Diese Zeiten sind seit langem vorbei, und das Restaurant hatte seinen guten Ruf gründlich verspielt.

Jetzt aber gibt es unter gänzlich anderen Vorzeichen einen Neustart. Seit Ende April bieten Spitzenköche aus dem Elsass, Südbaden und der Schweiz mehrmals im Jahr wechselnde Menüs an. Umgesetzt werden die Rezepte von einer Kochequipe um den Elsässer Pascal Brunstein, der auch eigene Vorschläge ins Angebot auf der Karte einbringt.

«Quintessenz sehr erfreulich»

Die offizielle Eröffnung samt Medienkonferenz findet erst am 8. Juni statt, wir aber haben dem neuen «3 Länder Restaurant» schon jetzt auf den Zahn gefühlt und das Ergebnis war ausgesprochen positiv. «Quintessenz sehr erfreulich», brachte es mein kompetenter Mit-Tester Stefan Schuppli auf den Punkt.

Jedes Gericht kann auch Einzeln à la carte bestellt werden, aber es ist natürlich viel interessanter, für 23 Euro eine Formel wie Entrée und Plat oder Plat und Dessert auszuwählen. Für 28 Euro wird ein kompletter Dreigänger angeboten. Hinter manchen Gängen wie meinem Rindsfleischsteak mit Morchelrahmsauce auf Kartoffelrisotto und Erbsen steht neben dem Preis von 25 Euro ein kleiner runder Punkt. Bei dem Steak hiess es +5, das bedeutet, dass man bei einem Dreigänger oder Zweigänger dafür fünf Euro extra dazu zahlen muss. Es hat sich gelohnt: Das Fleisch war derartig zart wie ich es lange nicht gegessen habe, und auch die Beilage war ein Genuss.

Diese hatte mich schon bei meiner Vorspeise begeistert. Mein Sankt Petersfisch mit Blätterteig wurde auf einem exquisiten Lauchbett serviert, À-la-carte-Preis zehn Euro.

Mein Tischpartner war mit seinem Salade de Gilerlé, junger Hahn mit Salat und Senfkorn angemacht, genauso zufrieden. Mit einer Parrillada wählte er als Hauptspeise gegrillten Fisch, 18 Euro à la carte – und auch dies eine gute Entscheidung. Begleitet haben wir das Essen mit etwas Wein, der auch im Glas zu 12 cl angeboten wird. Mein Haut Médoc aus dem Bordeaux (5.60 Euro) schmeckte mir hervorragend, während ein Elsässer Pinot Gris von Gustave Lorentz aus dem Elsass (5 Euro) meinem Tischgenossen fast so gut mundete wie der krönende Abschluss: ein Chablis (6.90 Euro). Die Bedienung war freundlich und aufmerksam. Satt wären wir schon lange gewesen, zumal zum Essen auch noch unterschiedliches Brot nach Wahl geboten wurde. Da ein Essenstest ohne Dessert aber irgendwie unseriös wäre, haben wir auch dies noch bestellt. Mein Tiramisu aus Himbeeren war fruchtig, leicht und cremig zugleich – ein Genuss. Die Rhabarbertarte meines Begleiters hätte vielleicht eine Spur weniger pfundig sein können. Die Optik der Speisen besticht vor allem bei den Vorspeisen.

Im Unterschied zu früher gibt es zum Restaurant keinen direkten Zugang mehr aus der Schweiz. Man muss im dritten Stock auf die französische Seite wechseln, wobei die Grenze nicht mehr spürbar ist, und dann mit Rolltreppe oder Fahrstuhl in den fünften Stock hochfahren. Es muss sich weisen, ob dieser Verlust von Laufkundschaft dem Restaurant schaden wird. Die Preise sind ausschliesslich in Euro angegeben. Tische, Stühle, Tischdecken und Servietten sind beige-braun im Businessclass-Look gehalten. Der Blick auf das Flugfeld wird leider durch braune quergestellte Balken vor den Fenstern gestört, wenn nicht ganz verunmöglicht.

Die Spitzenköche, die das «3 Länder Restaurant» mit ihren Menuvorschlägen begleiten, sind: Jörg Slaschek, der in Riedholz bei Solothurn sein Restaurant «Attisholz» betreibt, Otto Fehrenbacher aus dem südbadischen Hotel Restaurant «Adler» bei Lahr und der Elsässer Hubert Maetz mit seiner «Hostellerie du Rosenmeer» in Rosheim bei Strassburg. Alle sind sie von Michelin und Gault-Millau ausgezeichnet. Auf der Speisekarte sind die jeweiligen Speisenvorschläge mit den Landesfarben gekennzeichnet; findet sich keine, stammt die Idee von Pascal Brunstein.

Ziel: Sehr gute, regionale Küche

Mit dem «3 Länder Restaurant» wollen die Köche bewusst keinen Michelin-Stern erreichen. Jörg Slaschek hatte es in einem früheren Artikel gegenüber der bz so auf den Punkt gebracht: «Wir streben eine sehr gute, regionale Küche mit einem bewusst vernünftigen Preisniveau an.»

Bei unserem Besuch hat das Preis-Leistungs-Verhältnis gestimmt: Zu den erwähnten Speisen und Getränken kamen noch zwei Flaschen Mineralwasser und zwei Espresso. Die Rechnung belief sich auf 91.70 Euro. Das ist nicht billig; für das, was geboten wurde, aber sehr korrekt.