2011 hat Basel seine Akquisitionsstrategie für sportliche Grossanlässe gestartet, nun trägt sie erste Früchte: Nachdem sich die Basler Stadtmarketer die Badminton-WM 2019 geangelt haben, sind sie nun beim nächsten Grossereignis bereits im finalen Zweikampf: Nebst Basel, dessen Kandidatur als Austragungsstätte vom Schweizer Turnverband unterstützt wird, bewirbt sich die Dänische Hauptstadt Kopenhagen um die Austragung der 35.

Europameisterschaft im Kunstturnen, wie Sabine Horvath, Leiterin Standortmarketing, sagt. «Mit Abschluss der Sanierung der St. Jakobshalle kommt die Aquisitionsstrategie für sportliche Grossanlässe voll in Fahrt. Unser Ziel ist es, alle drei bis fünf Jahre einen internationalen Titelkampf nach Basel zu holen. Mit der neuen Halle, einer der modernsten ihrer Art in ganz Europa, sind unsere Chancen gestiegen.»

Nach Bern und Lausanne wäre Basel erst die dritte Schweizer Stadt, die eine Kunstturn-EM durchführt. Für Basel ist gemäss Horvath vor allem wegen der «positiven Imagebildung» und der «Stärkung des Veranstaltungsorts Basel» interessant, wie sie in einer Mitteilung des Turnverbands zitiert wird. Rund 660 Delegationsmitglieder aus 40 Länder werden erwartet, davon rund 270 Turnerinnen und Turner sowie rund 120 Medienvertreter aus ganz Europa.

Thomas Rutishauser, Geschäftsleiter des regionalen Leistungszentrums in Liestal, sieht die Basler Kandidatur als grosse Chance für den Kunstturnsport in der Nordwestschweiz. «Die EM in Bern 2016 hat gezeigt, dass das Interesse gross war und die Mitgliederzahlen in den Vereinen gestiegen sind. Einen ähnlichen Effekt würde ich mir auch für die Region Basel wünschen.» Besonders spannend sei, dass gleichzeitig zur Elite-EM auch die Junioren-Europameisterschaften durchgeführt würden – «dort haben wir sicher den einen oder anderen Anwärter im Köcher», sagt Rutishauser.

Basel wird seine Kandidatur offiziell im Herbst beim Exekutivkomitee der Union Européenne de Gymnastique einreichen, entschieden wird Anfang 2019. «Unsere Chancen sind sicherlich intakt, schliesslich haben wir uns innerhalb der Schweiz schon gegen einen Konkurrenten durchgesetzt – nun liegt es am internationalen Kunstturnverband, die beiden Dossiers zu prüfen und zu entscheiden», sagt Horvath.