Derzeit stehen im Kanton Basel-Stadt über 5400 Plätze zur Verfügung, dies in Tagesheimen und -familien sowie im Rahmen der Tagesstrukturen an den Volksschulen. Erziehungsdirektor Christoph Eymann bezeichnet Basel-Stadt selbstbewusst als «Pionier»: Als einer der ersten Kantone habe Basel-Stadt 2003 ein Tagesbetreuungsgesetz in Kraft gesetzt; seit 2006 besteht gar ein verfassungsmässig garantierter Anspruch auf einen Betreuungsplatz.

200 neue Plätze pro Schuljahr

Vor allem die Tagesstrukturen an den Schulen legen in rasantem Tempo zu. Im August 2007 eröffnete Eymann im Schulhaus Wasgenring die erste Tagesschule mit Mittagstisch im Stadtkanton. Die Zahl der Tagesschulstandorte ist innert sechs Jahren von fünf auf 33 gestiegen. Mittlerweile besuchen 23 Prozent der Schüler von Kindergarten, Primar- und Orientierungsschule ein Tagesstrukturangebot. Der Wert soll in den nächsten zehn Jahren auf 60 Prozent erhöht werden. Pro Schuljahr werden an den Basler Schulen derzeit 200 Plätze neu geschaffen.

«Wir wissen, dass wir noch nicht genügend Plätze haben», sagt Claudia Magos, Leiterin der Fachstelle Tagesstrukturen im Erziehungsdepartement (ED). Zudem sei das Angebot in einigen Quartieren ungenügend. Auch qualitativ will man zulegen: Dazu gehöre, dass jede Schule ein pädagogisches Konzept zu den Tagesstrukturen erstelle und das Personal weiterbilde, erklärt Magos. Mittelfristig will der Kanton zudem die Ferienangebote an den Schulen ausbauen. Das Angebot haben in den Sommerferien 2013 rund 950 Kinder genutzt.

Von Nachfrage überrollt

Rasant wächst auch die Betreuung in Tagesheimen. Alleine zwischen 2010 und 2012 stieg der Anteil der Basler Kinder im Vorschulalter, die in Tagesheimen betreut werden, von 34 auf 40 Prozent. «Wir sind von diesem Wachstum überrollt worden», sagt Sandra Dettwiler, Leiterin der Abteilung Jugend- und Familienangebote im ED. Gleichwohl befänden sich Angebot und Nachfrage im Lot.

Die Zahl der bewilligten Tagesheimplätze stieg seit 2010 von 2835 auf 3368. Allerdings: Rein zahlenmässig dürfte die Anzahl Plätze in den kommenden Jahren nicht mehr stark zunehmen, wie Dettwiler ausführt. Der Kanton drängt nämlich darauf, dass die Schüler verstärkt Tagesstrukturangebote in Schulen statt in Tagesheimen besuchen; diese Abnahme würde das starke Wachstum bei den Vorschulkindern dämpfen. «Wir zwingen aber niemanden zu einem Wechsel», stellt Eymann klar. Ferner stagnieren die Anzahl der bewilligten Kinder in Tagesfamilien. Dabei wäre dieses Angebot wichtig, wie Patricia von Falkenstein, Präsidentin des Vereins Kinderbetreuung Basel, klarstellt. Tagesfamilien seien sehr flexibel und böten oft auch Betreuung an Wochenenden und in der Nacht an.

Total gibt Basel-Stadt für die ausserfamiliäre Betreuung jährlich rund 40 Millionen Franken aus, davon entfallen 10 Millionen auf die Tagesstrukturen an den Schulen und 30 Millionen für Subventionen der Tagesheime. Jedes Jahr wächst der gesamte Betrag um etwas über zwei Millionen.