Basel

Immer mehr Basler Verkaufsflächen bleiben leer

Noch ziehen die Pächter ein, doch schon Ende Woche wird mit der Markthalle ein weiteres Shopping Center in Basel eröffnet.

Noch ziehen die Pächter ein, doch schon Ende Woche wird mit der Markthalle ein weiteres Shopping Center in Basel eröffnet.

Mit der Markthalle erweitert sich die Ladenfläche erneut. Dabei ist Basel die einzige Stadt in der Schweiz mit zunehmendem Leerbestand. In anderen vergleichbaren Schweizer Städten nimmt die Zahl der leeren Ladeflächen kontinuierlich ab.

Der Basler Detailhandel steht unter Dauerstress. Die Gründe dafür sind bekannt: der schwache Euro und das grenznahe Ausland. Diesen Fakt untermauert eine neue Studie der Grossbank Crédit Suisse, die den Schweizer Immobilienmarkt unter die Lupe nimmt. Basel sei eine «von Einkaufstourismus sehr stark bedrohte Region», heisst es da.

Diese wenig überraschende Erkenntnis hat konkrete Auswirkungen: Immer mehr Flächen bleiben unbenutzt. Der Leerbestand steigt nämlich - entgegen dem Trend - laufend an. Laut der Crédit Suisse beträgt er 20 Prozent. «Die Nähe zum preisgünstigen Ausland sowie die Flächen, die in und um Basel in der nahen Vergangenheit entstanden sind, dürften die Gründe für höhere Leerstände sein», heisst es in der Studie weiter.

Damit sei Basel eine Ausnahme. In vergleichbaren Städten wie Zürich, Lausanne oder Genf nahm die leer stehende Fläche gleichzeitig ab. Einschränkend muss dazu gesagt werden, dass die Studie nicht alle Städte erfasst hat, sondern nur jene, für die Zahlen vorlagen.

Keine Angst vor dem Euro

«Die Verkaufsflächenexpansion steht nicht im Verhältnis mit dem Wachstum. Da findet ein Verdrängungskampf statt», bestätigt auch Stücki-Shopping-Manager Jan Tanner. Damit meint er aber die generelle Situation, denn vor dem Angebot der Markthalle fürchtet er sich nicht. «Wir sind ganz anders aufgestellt als die Markthalle.

Sie ist eine Mitbewerberin, aber keine Konkurrenz.» Sprich: Das Stücki mit seiner Verkaufsfläche von 32 000 Quadratmetern hat eine ganz andere Dimension als die Markthalle mit 5200 Quadratmetern.

Philipp Strebel sieht das ähnlich. Er ist CEO der PSM Center Management, welche die Markthalle betreibt. «Grundsätzlich sind wir kein Einkaufszentrum. Bei uns kann man wohnen, arbeiten, essen und dazu gibt es noch Verkaufsfläche.» Finanziell hängt der Erfolg des neuen Basler Bijou also nur teilweise von den Shopping-Kunden ab.

Doch besteht nicht die Gefahr, dass die Markthalle verwaist, wenn die Einkaufskunden ausbleiben? Strebel schränkt ein: «Die Markhalle lebt zu einem Drittel von Shopping, zu einem Drittel von der Gastronomie und zu einem Drittel von den Events.»

Insbesondere letztere sollen für Betrieb sorgen. Einerseits sollen Kunden die Markthalle für Privatanlässe mieten können, andererseits sind publikumswirksame Veranstaltungen wie Boxkämpfe geplant (siehe Text oben). Und auch gegen das billige Ausland sei man gewappnet.

Die Markthalle setzt deshalb auf exklusive und einzigartige Läden. Zum Beispiel auf den Bergsport-Spezialisten Bächli, der in der Markthalle neu seine einzige Basler Niederlassung betreibt. Strebel erklärt: «Wenn Sie auf den Mount Everest wollen, gehen sie nicht nach Deutschland billige Schuhe kaufen, sondern Sie lassen sich bei Bächli beraten.»

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