Vogelsterben

In Basel fallen vermehrt tote Vögel vom Himmel - was wir bisher wissen

Bei den Basler Stadttauben wurde die Taubenpest nachgewiesen. Eine hochansteckende Krankheit, die meist mit dem Tod endet. Es sind aber nicht nur Tauben, die in der Region ums Leben kommen.

In Basel grassiert die Taubenpest. Eine hochansteckende und rasch verlaufende Krankheit, die fast immer zum Tod führt. Die Symptome: Schreckhaftigkeit der Tauben, einseitige Lähmungen der Flügel und Beine bis zum Festliegen der erkrankten Tiere. Anstecken können sich die Tiere über die Schnabelöffnung, die Bindehaut, Augen- und Nasensekret sowie über infiziertes Futter. Auch Trinkwasser und mit Viren kontaminierter Staub können krankheitsauslösend sein. Auch kontaminierte Gegenstände, Insekten, Nagetiere oder gar Menschen können der Auslöser einer Ansteckung sein.

Mit der Taubenpest infizieren kann sich auch der Mensch, die Symptome sind allerdings mit leichten Grippeerscheinungen oder Bindehautentzündungen deutlich harmloser. Im Laufe der letzten Wochen wurden in der Region aber nicht nur tote Tauben gesichtet. Auch Enten, Meisen und andere Vogelarten lagen meist oberflächlich unversehrt auf Gehwegen und an Flussufern.

Betroffen waren hauptsächlich die Regionen Muttenz und Birsfelden. Einen direkten Zusammenhang zur Taubenpest herzustellen, ist schwierig: Laut dem Baselbieter Kantonstierarzt Thomas Bürge würde die Krankheit sehr spezifisch bei Tauben ausbrechen. Eine Ansteckung einer anderen Vogelart sei aber nicht kategorisch auszuschliessen.

Auf Instagram wird bereits über Todesursachen für vom Himmel gefallene Vögel spekuliert.

Auf Instagram wird bereits über Todesursachen für vom Himmel gefallene Vögel spekuliert.

Unfälle als Todesursache eher unwahrscheinlich

Zurzeit befinden sich diverse Vogelarten in der Brut- und Paarungszeit. Viele Vögel verlassen ihr gewohntes Revier, um auf Partnersuche zu gehen, was das Unfallrisiko deutlich erhöhen kann. Weitere Todesursachen könnten Traumata, Vergiftungen oder Infektionen sein, sagt Kantonstierarzt Bürge. Wichtig sei, dass man die Funde toter Vögel meldet, damit festgestellt werden kann, ob eine Gefährdung von Nutz- und Haustieren besteht. Ein erhöhtes Vogelsterben ist dem Veterinäramt Baselland bisher nicht bekannt, die entsprechenden Hinweise aus den betroffenen Gebieten hat Bürge aber aufgenommen. 

Auch oberflächlich unversehrte Tiere können laut Bürge Opfer eines Unfalls sein. Dennoch: Fast alle abgebildeten toten Vögel wurden fernab von Strassen aufgefunden und zeigten keinerlei Anzeichen einer Fremdeinwirkung. 

Tierschützer warnen vor Tierseuchen

Die Coalition Animaliste hat sich diese Woche in einem offenen Brief an den Bundesrat gewendet mit der Bitte, sich der Probleme rund um Tierseuchen anzunehmen. Das Problem von Infektionskrankheiten, die zwischen Tier und Menschen übertragen werden können, werde immer grösser. Beispiele für solche Zoonosen waren die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die Schweinegrippe, die Vogelgrippe, SARS und auch COVID-19. Die meisten Zoonosen verbreiten sich über Viehmärkte oder in der Massentierhaltung.

So auch bei der Vogelgrippe 2013, die ihren Ursprung auf einem Geflügelmarkt im Zentrum von Shanghai fand. Erst im Februar diesen Jahres warnte der Bund vor der Vogelgrippe in der Schweiz und sprach gar von «Alarmstufe Rot». Auslöser für die Hochstufung Anfang des Jahres waren bestätigte Fälle von hochansteckender Vogelgrippe in kommerziellen Trutenmastbetrieben in Polen, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bekanntgab. Auch Kantonstierarzt Thomas Bürge bemerkt, dass die Vogelgrippe ja derzeit nicht «allzu weit entfernt sei».

Was die Gründe für die vorliegenden Fälle von verstorbenen Vögeln sein könnten, lässt sich noch nicht abschliessend sagen. Beobachtungen ähnlicher Todesfälle sollen direkt dem Veterinäramt gemeldet werden.

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